Radelt quer durch Europa, macht Abstecher nach Brest oder radelt den Jakobsweg Camino del Norte. *** Obwohl immer noch velowärts unterswegs, wird der Blog nicht mehr weiter geführt. Und bald nur noch unter www.velowaerts.ch erreichbar (nicht mehr www.velowärts.ch)
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Dienstag, 26. Juni 2012
26. Juni: Locarno - Sorico (I)
- Start: Locarno, 200 M.ü.M.
- Ziel: Sorico (I), 200 M.ü.M.
- Route: Locarno, Cadepezzo, Cadenazzo, Monte Ceneri, Lugano, Melide, Mendrisio, Chiasso, Cernobbio (I), Lenno (I), Menaggio (I), Sorico (I)
- Distanz: 125 km
- Fahrdauer: 6:29h
- Schnitt: 19 km/h
- Maximal-Geschw.: 59 km/h
- Höhenmeter: 1130 Hm
- Wetter: wechselnd bewölkt, mehrheitlich sonnig, warm
Montag, 25. Juni 2012
Tag 16: Simplonpass
Heute morgen wollte ich beizeiten aufstehen. Ich wollte noch bei einigermassen angenehmen Temperaturen den 2000-er Simplonpass bewältigen. Plan: 8 Uhr losfahren. Realität: 8:45 Uhr. Na ja, es ist ja schliesslich Urlaub. In der Nacht kühlte es auf fast 10°C runter. Doch schon bald nach den ersten 100 Höhenmetern musste ich mich der Arm- und Knielinge entledigen. Bald darauf überholte ich einen radelnden Tschechen. Wir plauderten nur kurz. Er war mir zu langsam. Nicht dass ich besonders schnell wäre, aber er fiel fast vom Rad und hatte zu kämpfen. Er fährt von Tschechien aus bis in oder an die Sahara und campiert immer wild. Gestern fuhr er über die Furka, oder den Grimsel? Jedenfalls von der anderen Richtung als ich und mit wohl mit einem Pass zu viel um nach Süden zu gelangen.
Der Simplonpass ist kein besonderer Leckerbissen für Radsportler. Der erste Teil bis zur Saltina-Schlucht kann man noch auf der alten Strasse fahren, die Napoleon für seine Artillerie bauen liess, und ist relativ schön. Spätestens nach der Ganter-Brücke ist Schluss mit den Nebenstrassen und der Ruhe. Zum Glück war Sonntag und damit relativ wenig Verkehr. Denn der Simplon gilt als Schwerverkehrsroute. Entsprechend ausgebaut ist die Passstrasse. Sie ist gar eine Nationalstrasse - eine der wenigen, auf denen Rad fahren erlaubt ist - aber nicht viel Spass bereitet. Ab Rothwald fährt man mehrheitlich in dunklen, kühlen Galerien. Die Abfahrt auf der anderen Seite ist schön und flüssig. Bis Iselle, wo der Bahntunnel das Licht Italiens erblickt, kann man schön Höhenmeter tilgen. Danach wird's flach und mit Gegenwind, wie bei mir der Fall, mühsam.
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| Blick von oberhalb Ried ins Rhônetal hinunter |
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| Passstrasse, in der Mitte die "Ganter-Brigga" |
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| Simplonpass - der Pass, mit den höchsten Galerie-Anteil? |
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| Wer genau hinschaut, sieht dass ich die Radler-Hosen etwas weiter oben hatte als sonst ;-) |
Der Simplonpass hört offiziell in Domodosolla auf. Ganz soweit runter musste ich nicht. Bald nach der Abfahrt beginn wieder ein Aufstieg ins Centovalli, das 500 Höhenmeter höher gelegen nach Locarno führt. Die Auffahrt war anstrengend und mühsam. Es war heiss und ich hatte nichts richtiges zu Mittag gegessen. Nur ein paar Honigwaffeln, die ich noch aus Holland kenne. Das schlimmste war ein steiler Tunnel, der während 1.5 km Steigungen von an die 10% aufwies. Nicht gerade lustig. Ich dachte einfach an etwas anderes. Zum Beispiel an die schöne Abfahrt durchs Centovalli, die ich dieses Frühjahr schon mal gemacht hatte, und an das erfrischende Bad im Lago Maggiore.
Der Zeltplatz "Delta" liegt denn auch gleich am Ufer. Doch dann der Schock: 41 Franken für eine Nacht. In der örtlichen Jugendherrberge kriegt man dafür ein Mehrbett-Zimmer. Ich zögerte kurz, buchte aber nur für eine Nacht. Schon während dem ich unterwegs war, überlegte ich mir, ob ich schon wieder einen Ruhetag einlegen sollte. Ich entschied mich kurz vor der Ankunft dafür. Doch der hohe Preis liess mich wieder zweifeln. Es war ein hin und her bis in den Morgen danach hinein. Ich entschied mich für's bleiben und schob also einen Ruhetag, oder sagen wir, Ferientag ein, den ich mit Bädelen und Sünnelen verbrachte.
Tag 15: Mit Rückenwind das Wallis hochgejagt
Mit famoser Unterstützung vom Freund "Rückwind" bin ich förmlich das Wallis hochgejagt. Geschwindigkeiten von 35 km/h und teilweise mehr erreichte ich auf den z.T. bolzengeraden, breiten Hauptstrassen. Für einmal ist mein breites "Setup" mit Hinterbau-Gepäckträger und voluminösen Gepäcktaschen von Vorteil ;-) So ist es mir leicht gefallen, einen neuen Distanz- und Geschwindigkeits-Rekord aufzustellen: 132 km von Montreux bis Brig-Glis mit einem Schnitt von etwas über 25 km/h. Mit nur einer grossen Pause und einigen wenige Foto-Stopps bin ich quasi durchgefahren. Nur bei einigen Aprikosenbäumen machte ich kurz halt, um mir einige schmackhafte Früchten direkt vom Baum in die Taschen zu stecken. Dass ich davon leicht Bauchweh bekam, geschah mir recht. Ich hätte sie durchaus auch regulär erstehen kennen. An zahlreichen Aprikosen-Verkaufsständen fuhr ich in der Folge vorbei.
Es war eine schöne, relativ ereignislose Etappe. Drum hier nur noch ein paar Impressionen:
Es war eine schöne, relativ ereignislose Etappe. Drum hier nur noch ein paar Impressionen:
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| Rôhne-Radweg bei Vouvry |
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| Glaub, das war irgendwo vor Martigny |
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| Zwischen Riddes und Leytron |
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| Stockalper-Palast in Brig: Kaspar Jodock Stockalper hatte u.a. das Salzmonopol über den Simplonpass |
24. Juni: Brig - Locarno
- Start: Brig, 700 M.ü.M.
- Ziel: Locarno, 200 M.ü.M.
- Route: Brig-Glis, Simplonpass, Gondo, Masera (I), Malesco (I), Re (I), Intrada, Tegna, Locarno
- Distanz: 104 km
- Fahrdauer: 6:07h
- Schnitt: 17 km/h
- Maximal-Geschw.: 60 km/h
- Höhenmeter: 1900 Hm
- Wetter: bewölkt, mit sonnigen Abschnitten, warm
Tag 15: Schuhe reparieren auf 2000 Metern
Mit meinen neuen Fahhrad-Schuhen war ich bislang hochzufrieden. Schön luftig (Sandalen halt), leicht und angenehm, damit zu laufen. Doch leider sind sie von mangelhafter Qualität. Das "Fersenband" hinten reisst aus, so dass sie immer mehr zu Schlarpen werden.
Den Morgen investierte ich in einen ersten Versuch, die Schuhe zu reparieren. Im örtlichen Coop besorgte ich mich mir Nähzeug und Sekundenkleber. Parallel dazu liess ich die Wäsche trocknen. Zum zweiten Mal notabene. Ich glaub, in der Deutschschweiz war dieses Gewitter noch viel heftiger.
Nach der Haushaltstunde fuhr ich die kurze Strecke nach Montreux, diesmal mit dem Velo. Und verpackte mein ganzes Hab und Gut auf das Zügli, das auf den Rochers-de-Naye auf 2000 Meter über Meer empor steigt.
Auf dem Montreux-Hausberg kann man übernachten. So durfte ich einen der schönsten Sonnenuntergänge meines Lebens genissen.
Dass dabei Deutschland gegen die Griechen den besten der vier Viertelfinals bestritt, störte mich nicht. Zum Fussball-gucken bin und werde ich noch genügend kommen. Zudem war ich dank DAB-Radio und DRS3 immer auf dem laufenden. Da sich die Leimverbindung an den meinen Schuhen wieder löste, griff ich zu Nadel und Faden und flickte mit Musik und dem Kommentator in den Ohren meine Schuhe.
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| An beiden Schuhen riss das Fersenband. |
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| Ich bin auch ein Wäscheständer |
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| Die 1600 Höhenmeter erspar ich mir (rauf) und meinem Fahrrad (runter). |
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| Kommentar überflüssig |
Tag 14: Ruhetag in Villeneuve
Die Hälfte ist geschafft. Ich gönnte mir gleich zwei Ruhetage in Villeneuve und liess ein wenig die Seele baumeln, bzw. schaute mir ein paar Sehenswürdigkeiten in der Region an.
Am morgen des ersten Ruhetags fuhr ich mit dem Zug (puuh!) Richtung Bex um das Salzbergwerk anzuschauen. Das Velo nahm ich trotzdem mit auf den Zug, um die 4 Kilometer zum Bergwerk hinauf zu radeln. Es war zwar noch morgen, aber bereits so brutal schwül-warm, dass ich komplett durchgeschwitzt war. Doch Merino-Wolle trocknet schnell und stinkt danach nicht. Man kann es problemlos eine Woche tragen, ohne olfaktorisch aufzufallen. Die Führung im Werk selbst war spannend und der Guide wusste viel zu erzählen, über die verschiedenen Salz-Abbau-Methoden von früher und heute und weshalb die in Basel mit ihren Rheinsalinen viel effizienter sind. Das Sels-des-Alpes sei dafür viel reiner, weil es nie mit verschmutzter Luft in Berührung kam, sondern direkt nach der Alpenfaltung im Berg eingelagert wurde. Ich finde, Salz ist Salz und chemisch immer Natrium-Chlorid. Egal ob es aus dem Himalaya kommt, aus den Schweizer Bergen oder aus dem Boden in Schweizerhalle. Marketing ist halt alles und ich schickte ein komplettes Set nach Hause.
Irritierend fand ich, dass der Kanton Waadt ein eigenartiges, nicht ganz verständliches Salz-Monopol inne hat. So muss der Walliser Winterdienst an Bex vorbei fahren und das Salz in Basel holen. So richtig schlüssig erklären konnte es mir der Guide auch nicht. Das sei historisch auch so. Es seien jedoch Bestrebungen im Gange, dies zu lockern.
Die Besichtigung lohnt sich alleine schon wegen der kurligen Fahrt im Bergewerk-Bähnli. Die Stollen sind kaum höher als der Wagen selbst. Zwischen zwei Lampen ist es stock-dunkel, mal kommt eine Abzweigung rechts, mal ein Nische links. Es luftet. Es ist frisch. Es herrschen konstant 17°C - ein lokaler Winzer hat wegen des optimalen Klimas gar einen Weinkeller eingerichtet. Es holpert und knattert. Der Fahrer vorne sitz zusammengekauert in seinem kleinen Führerhaus. So wie in einer Model-Dampfeisenbahn. Mit dem Unterschied, dass hier noch professionell gearbeitet wird.
Am morgen des ersten Ruhetags fuhr ich mit dem Zug (puuh!) Richtung Bex um das Salzbergwerk anzuschauen. Das Velo nahm ich trotzdem mit auf den Zug, um die 4 Kilometer zum Bergwerk hinauf zu radeln. Es war zwar noch morgen, aber bereits so brutal schwül-warm, dass ich komplett durchgeschwitzt war. Doch Merino-Wolle trocknet schnell und stinkt danach nicht. Man kann es problemlos eine Woche tragen, ohne olfaktorisch aufzufallen. Die Führung im Werk selbst war spannend und der Guide wusste viel zu erzählen, über die verschiedenen Salz-Abbau-Methoden von früher und heute und weshalb die in Basel mit ihren Rheinsalinen viel effizienter sind. Das Sels-des-Alpes sei dafür viel reiner, weil es nie mit verschmutzter Luft in Berührung kam, sondern direkt nach der Alpenfaltung im Berg eingelagert wurde. Ich finde, Salz ist Salz und chemisch immer Natrium-Chlorid. Egal ob es aus dem Himalaya kommt, aus den Schweizer Bergen oder aus dem Boden in Schweizerhalle. Marketing ist halt alles und ich schickte ein komplettes Set nach Hause.
Irritierend fand ich, dass der Kanton Waadt ein eigenartiges, nicht ganz verständliches Salz-Monopol inne hat. So muss der Walliser Winterdienst an Bex vorbei fahren und das Salz in Basel holen. So richtig schlüssig erklären konnte es mir der Guide auch nicht. Das sei historisch auch so. Es seien jedoch Bestrebungen im Gange, dies zu lockern.
Die Besichtigung lohnt sich alleine schon wegen der kurligen Fahrt im Bergewerk-Bähnli. Die Stollen sind kaum höher als der Wagen selbst. Zwischen zwei Lampen ist es stock-dunkel, mal kommt eine Abzweigung rechts, mal ein Nische links. Es luftet. Es ist frisch. Es herrschen konstant 17°C - ein lokaler Winzer hat wegen des optimalen Klimas gar einen Weinkeller eingerichtet. Es holpert und knattert. Der Fahrer vorne sitz zusammengekauert in seinem kleinen Führerhaus. So wie in einer Model-Dampfeisenbahn. Mit dem Unterschied, dass hier noch professionell gearbeitet wird.
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| An den "Bahnhöfen" ist etwas mehr Platz. |
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| Sonst ist möchte man nicht die Hand heraus halten. |
Nach einem Bummel durchs mondäne Montreux und ein wenig die Füsse in den See bambeln, besuchte ich das Schloss Chillon. Ein imposantes Schloss inmitten wunderschöner Landschaft. Die Fürsten zu jener Zeit besuchten ihre Schlösser ihre Macht zu demonstrieren. Meist blieben sie nur für ein paar Tage und zogen wieder weiter. Die Möbel nahmen sie jeweils von Schloss zu Schloss mit. Im Chillon blieben jedoch oft mehrere Wochen :-)
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| Der Vorgänger der IKEA-Möbel? (gelbe Markierung) |
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| Schloss Chillon |
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Samstag, 23. Juni 2012
23. Juni: Montreux - Brig-Glis
- Start: Montreux (VD), ca. 400 M.ü.M. (*)
- Ziel: Brig, ca. 700 M.ü.M.
- Route: Montreux, Villeneuve, Vouvry, Monthey, Saint Maurice, Martigny, Saxon, Sion, Sierre, Visp, Brig-Glis
- Distanz: 132 km
- Fahrdauer: 5:12h
- Schnitt: 25 km/h (viel Rückenwind!)
- Maximal-Geschw.: 45 km/h
- Höhenmeter: 700 Hm
- Wetter: einfach nur schön!
(* Übernachtung auf dem Rochers-de-Naye, am Tag vorher mit Velo Villeneuve-Montreux, 6 km)
Halbzeit-Bilanz
Die Halbzeitbilanz ist durchwegs positiv. Es macht grossen Spass, durch das Land - oder der Grenze entlang - zu radeln. Alle paar Tage wechselt die Landschaft, die Topographie und die Art wie die Leute reden. Auch das Trek MTB macht eine gute Falle. Nach anfänglichen Problemen mit der Scheibenbremse sind nun diese definitiv vom Tisch. Einzig das Abroll-Verhalten des Hinterreifens macht mir zuweilen etwas zu schaffen. Manchmal bleibt der Reifen fast auf dem heissen Asphalt kleben. In den letzten Tagen nicht mehr so oft, weil es nicht mehr so heiss war und der Belag ein anderer war.
Die Bilanz in Zahlen:
- Distanz: 950 km
- Fahrdauer: 50 h
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 19 km/h
- Höhenmeter: 10'000 Hm
- Kalorien-Verbrauch: 40'000 kcal
- Radtage: 10
- Ruhetage: 2 (ohne die in Villeneuve)
Auf dem zweiten Teil der Route werde ich nochmals etwa so viele Kilometer zurücklegen, Höhenmeter dürfte es etwas mehr werden. Mit Simplon-, Maloja- und Flüelapass warten einige (fast) Zweitausender auf mich, zwei Mal von "ganz unten". Momentan geplante Ankunft in Aarau wird voraussichtlich am Mittwoch, 4. Juli sein.
Tag 12: Vom Regen in die Schwüle
Die heutige Flachetappe war nicht besonders toll. Am morgen bis kurz vor Genf wurde meine Regenkleidung einem intensiven Test unterzogen. Bis auf die Regenjacke hatten alle Bestandteile den Test bestanden. Ab Versoix klarte es auf und das Regenwetter wich einer unangenehmen Schwüle. Bei der Routenwahl hatte ich auch nicht ein besonders glückliches Händchen. Bis Genf fuhr ich auf der Hauptstrasse und auf dem Südufer geriet ich zuerst auf eine Art Autostrasse, die ich alsbald verliess um mir den Weg durchs Hinterland zu bahnen. Doch ausgerechnet von dieser Region hatte ich keine Karten auf meinem iPhone installiert und die Netzabdeckung bzgl. Daten war sehr schlecht. So geriet ich auf einen übleren Waldweg, der wohl noch nie einen Tourenfahrer gesehen hat. Durch Thonon-les-Bains verläuft auch kein ausgeschilderter Radweg, ebenso wenig wie durch Evian und danach. Was natürlich nicht stimmte, denn auf meiner Radkarte-Büchli ist eine Route abseits von Hauptstrassen markiert. Doch an diese gedruckte Karte dachte ich in jenen orientierungslosen Momenten nicht. Irgendwie gehen auch solche Tage vorbei und am Schluss des Tages zeigt der Tacho 115 Kilometer, was bisheriger Rekord bedeutet.
Das Zelt schlug ich dann für zwei Tag ein Villeneuve auf. Es ist Halbzeit. Ich gönne mir eine längere Pause von zwei Ruhetagen, ehe es durchs Wallis, über den Simplon und durchs Centovalli ins Tessin geht.
Das Zelt schlug ich dann für zwei Tag ein Villeneuve auf. Es ist Halbzeit. Ich gönne mir eine längere Pause von zwei Ruhetagen, ehe es durchs Wallis, über den Simplon und durchs Centovalli ins Tessin geht.
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| Irgendwo zwischen Genf und Yvoire |
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| Schönes mittelalterliches Städtchen Yvoire |
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| Töff, komplett aus Bast :-) |
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| Sonnenuntergang in Villeneuve |
Freitag, 22. Juni 2012
Tag 11: Fleurier - Rolle
Die Wetterentwicklung war für den heutigen Tag sehr ungewiss. Es waren Gewitter vorausgesagt für den Nachmittag. Am Abend davor hatte ich mich deshalb über die verschiedenen Camping-Möglichkeiten im Valle-du-Joux und entlang des Genfer Sees schlau gemacht. Doch wie so oft auf meinen Rad-Touren bislang, bin ich dem schlechten Wetter einmal mehr entkommen. Somit konnte ich die Maximal-Variante über 100 km und knapp 2000 Höhenmeter absolvieren.
Vor der Abfahrt musste ich noch eine grüne Fee besorgen und nach Hause schicken. Schliesslich bin ich im Val-de-Travers, der Heimat des Absinth - starke Sache, man sollte es nicht pur trinken oder ins Bier mischen, wie ich es zwei Tage später in Villeneuve tat ;-)
Nach Baulmes hiess es wieder bergauf strampeln. Schade war der Himmel Wolken verhangen. Man hätte sonst schöne Ausblicke auf das Waadtland gehabt. Über Vallorbe gelangte ich schliesslich ins Vallé-du-Joux, wo namhafte Uhrenherrsteller wie Audemars Piguet ihre Werke noch von Hand (vor-)fertigen lassen. Viele Arbeiter sind Grenzgänger. Die grosse Mehrheit der Autonummern hat ein F.
Nach Le Sentier am Ende des Lac-de-Joux begann bald einmal die Steigung auf den 1449 Meter hohen Col de Marchairuz - dem höchsten Jura-Pass. Pünktlich mit Beginn der Steigung setzte dann der Regen ein. Was normalerweise nicht so toll ist, war an diesem schwül-warmen Tag eine Wohltat. Aufgehört hat es dann auch zur rechten Zeit. Auf der tollen, flowigen Abfahrt wurde man nur noch unten nass.
Als ich mein Zelt in Rolle direkt am Genfer See aufstellte, drückte gar wieder die Sonne durch die Wolken. Der Sprung in den See war herrlich!
Vor der Abfahrt musste ich noch eine grüne Fee besorgen und nach Hause schicken. Schliesslich bin ich im Val-de-Travers, der Heimat des Absinth - starke Sache, man sollte es nicht pur trinken oder ins Bier mischen, wie ich es zwei Tage später in Villeneuve tat ;-)
Nach Fleurier verliess ich bald einmal die Hauptstrasse nach St. Croix und näherte mich so immer mehr der französischen Grenze. Zahlreiche Artillerie-Festungen zeugen davon. Zweimal 250 Höhenmeter musste ich absolvieren, ehe ich die Bremsscheiben qualmen lassen konnte auf der steilen Abfahrt Richtung Baulmes. So steil runter macht keinen Spass. Ich habe es lieber, wenn es relativ sachte, so 3-4 % runtergeht. So, dass man es einfach sausen lassen kann ohne irgend einen Hebel oder Kurbel zu betätigen.
Nach Baulmes hiess es wieder bergauf strampeln. Schade war der Himmel Wolken verhangen. Man hätte sonst schöne Ausblicke auf das Waadtland gehabt. Über Vallorbe gelangte ich schliesslich ins Vallé-du-Joux, wo namhafte Uhrenherrsteller wie Audemars Piguet ihre Werke noch von Hand (vor-)fertigen lassen. Viele Arbeiter sind Grenzgänger. Die grosse Mehrheit der Autonummern hat ein F.
Nach Le Sentier am Ende des Lac-de-Joux begann bald einmal die Steigung auf den 1449 Meter hohen Col de Marchairuz - dem höchsten Jura-Pass. Pünktlich mit Beginn der Steigung setzte dann der Regen ein. Was normalerweise nicht so toll ist, war an diesem schwül-warmen Tag eine Wohltat. Aufgehört hat es dann auch zur rechten Zeit. Auf der tollen, flowigen Abfahrt wurde man nur noch unten nass.
Als ich mein Zelt in Rolle direkt am Genfer See aufstellte, drückte gar wieder die Sonne durch die Wolken. Der Sprung in den See war herrlich!
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| Blick zurück Richtung Val-de-Travers |
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| Lac du Joux |
Tag 10: St-Ursanne - Fleurier
Die heutige Tour führte mich immer schön abseits von Hauptstrassen über das wunderschöne Hochplateau der Franches-Montanges über den Mt. Soleil und das Val de Travers bis nach Fleurier. Doch zuerst galt es auf das gut 600 Meter über mir gelegene Plateau zu gelangen. Das heisst ohne Zmorge - ich ess erst unterwegs nach ca. 1 Stunde etwas - 8-10% Steigung hochkurbeln ohne Einrollphase in der Ebene. Ich war sehr froh über die kleine Übersetzung, die es mir erlaubte, gemütlich mit 6-8 km/h den Berg hoch zu kurbeln.
Oben angekommen ist es aber nicht fertig mit Höhenmeter fressen: es ging dauernd etwas rauf und runter, so dass am Schluss 1750 Höhenmeter zusammen kamen. Von den gut 100 Kilometern Strecke ging es gemäss meinem Velocomputer je einen Drittel hoch und runter. Der Rest war flach. Das Bergauf-Fahren benötigte dabei gut die Hälfte 6 Stunden Fahrzeit.
Was auffällt in den Freibergen sind die etliche Windkraft-Anlagen, v.a. Richtung Mont Soleil und St. Imier. Die surrenden Windräder stossen dabei nicht immer auf Gegenliebe. Oft sieht man dramatisch illustrierte Plakakte am Wegrand mit gerodeten Wäldern, die grossen, bösen Windrädern Platz machen mussten. Aufgefallen ist mir dies in Saint-Bras, wo die Türme grad hinter dem Dorfhügel auf gestellt wurden:
Neben Wind-Anlagen sieht man viel, sehr viel Natur, Wiesen, Wälder, Hügel, Kühe und äusserst viel Pferde.
Oben angekommen ist es aber nicht fertig mit Höhenmeter fressen: es ging dauernd etwas rauf und runter, so dass am Schluss 1750 Höhenmeter zusammen kamen. Von den gut 100 Kilometern Strecke ging es gemäss meinem Velocomputer je einen Drittel hoch und runter. Der Rest war flach. Das Bergauf-Fahren benötigte dabei gut die Hälfte 6 Stunden Fahrzeit.
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| Franches-Montanges, Blick nördlich Richtung Clos-du-Doubs |
Neben Wind-Anlagen sieht man viel, sehr viel Natur, Wiesen, Wälder, Hügel, Kühe und äusserst viel Pferde.
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| Idyllische Landschaft bei Les Breuleux |
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| Gehörnte Kuh in der Nähe von La Chaux-de-Fonds |
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| Panorama in der Nähe von La Sagne |
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| Panorama Richtung Les Pont-de-Martel und Brot-Plamboz |
Donnerstag, 21. Juni 2012
Tag 9: Ruhetag in St. Ursanne
Nun, was macht man im überschaubaren St-Ursanne, wenn man einen ganzen Tag zur Verfügung hat. Man kann zum Beispiel das örtliche Grümpel-Turnier besuchen, das offenbar unter einem Game-Motto stand. Da spielten Tetris-Figuren, Super Marios und etwas tuntig wirkende Pilz-Köpfen (weiss ein Nintendo-Freak, welches Game sie verkörpern?) gegeneinander - und machten Party bis um 3 oder 4 Uhr morgens, was das einschlafen auf dem danebenliegenden Zeltplatz nicht wirklich vereinfachte.
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| Stiftskirche aus dem 12. bis 14. Jahrhundert |
Nachdem man die wenigen Sehenswürdigkeiten St-Ursannes abgeklappert hat - darunter 4 oder 5 mehr oder wenig spannende Brunnen - kann man noch zur Höhle hinauf wandern, wo der irische Mönch Ursicinus sich im 7. Jahrhundert niedergelassen haben soll und so die Stadt "gründete". Der Aufstieg ist zwar schweisstreibend und die Beine danach zerkratzt von den vielen Dornbüschen, die in den schmalen Weg hineinragen, aber er lohnt wegen des schönen Ausblicks auf die Kleinstadt und auf den Bahnviadukt auf dem 19. Jahrhundert alleweil.
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| St-Ursanne von oben |
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| Hier hauste der irische Mönch - die Bank stammt wohl nicht von ihm. |
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| Bahnviadukt - leider ist auch der Bahnhof auf dieser Höhe |
20. Juni: Rolle - Villeneuve
- Start: Rolle (VD), ca. 370 M.ü.M.
- Ziel: Villeneuve (VD), dito
- Route: Rolle, Nyon, Genf, Yvoire (F), Scriez (F), Thonon-les-Bains (F), Evian-les-Bains (F), St. Gingolph, Villeneuve
- Distanz: 114 km
- Fahrdauer: 5:27h
- Schnitt: 21 km/h
- Maximal-Geschw.: 41 km/h
- Höhenmeter: 530 Hm
- Wetter: heftiger Regen am morgen, danach schwül-warm und bewölkt, am Abend nur noch schön
19. Juni: Fleurier - Rolle
- Start: Fleurier (NE), ca. 740 M.ü.M.
- Ziel: Rolle (VD), ca. 370 M.ü.M.
- Route: Fleurier, La Côte-auf-Fées, Bourquin, La Vacronnaz, L'Auberson, Col de L'Aiquillon, Baulmes, Vallorbe, Lac-du-Joux/Le Pont, Le Sentier, Col-de-Marchairuz, St-George, Les Granges, Mont-sur-Rolle, Rolle
- Distanz: 103 km
- Fahrdauer: 6:14h
- Schnitt: 17 km/h
- Maximal-Geschw.: 54 km/h
- Höhenmeter: 1960 Hm
- Wetter: schwül, leichter Regen gegen Ende
18. Juni: St. Ursanne - Fleurier
- Start: St-Ursanne (JU), ca. 430 M.ü.M.
- Ziel: Fleurier (NE), ca. 740 M.ü.M.
- Route: St-Ursanne, Montmelon, dann lange kein richtiges Dorf, Saint Bras, Saignelégier, Chaux-de-Breuleux, Mont Soleil, St. Imier (links im Tal unten liegen gelassen), wieder lange nichts nennenswertes, La Chaux-de-Fonds (gestreift), La Sagne, Les Pont-de-Martel, Travers, Fleurier
- Distanz: 100 km
- Fahrdauer: 6:04h
- Schnitt: 16 km/h
- Maximal-Geschw.: 50 km/h
- Höhenmeter: 1750 Hm
- Wetter: schön/schwül, danach Gewitterhaft
Strom: ein rares Gut
Neben der EM und dem anstrengenden "Tagesprogramm" erschwert ein dritter Faktor, den Blog aktuell zu halten: der Ladezustand der beteiligten Geräte, namentlich den vom MacBook-Akku. Unter Umständen gestaltet es sich schwierig eine bewachte Steckdose zu finden. Den Laptop einfach unbewacht im Waschsaal an der Dose zu lassen bezeichne ich als fahrlässig, denn bereits einfache Handtücher scheinen wegzukommen.
Für das iPhone habe ich hierzu ein gute Lösung gefunden in Form eines Ersatzakkus, der einfach ersetzt werden kann und potentiellen Dieben weniger wertvoll erscheinen mag als ein iPhone.
Für den Laptop gibt es zwei Lösungen, neben dem ausnützen alles Auflade-Möglichkeiten und Reduzieren der Bildschirm-Helligkeit:
Für das iPhone habe ich hierzu ein gute Lösung gefunden in Form eines Ersatzakkus, der einfach ersetzt werden kann und potentiellen Dieben weniger wertvoll erscheinen mag als ein iPhone.
Für den Laptop gibt es zwei Lösungen, neben dem ausnützen alles Auflade-Möglichkeiten und Reduzieren der Bildschirm-Helligkeit:
- Sicherheits-Schloss
- Wechsel auf iPad
Warum iPad? Nun, dieses lässt sich mittels Nabendynamo und geeignetem Zubehör-Gerät durch eigene Muskelkraft aufladen. Damit wären auch meine anderen Gadgets (GPS-Logger und eben das iPhone) on-the-road aufladbar. Schade, hat mein Trek MTB keinen Nabendynamo - es ist halt auch kein normales Tourenvelo.
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| Warnung im Waschsaal |
Sonntag, 17. Juni 2012
Tag 8: Viel Schweiss, wenig Französisch
Die Beine waren an diesem schönen Hochsommertag nicht das Problem, obwohl ich heute mit der Challhöchi und dem Col de la Croix heute zwei Jura-Wellen genommen habe und viel leiden musste.
Viel mehr bereitet mir das Französisch Mühe, nachdem es lange Zeit in einer weit abgelegenen meines Gehirns vor sich hin kümmerte. Dabei habe ich extra noch nachgeschaut, was Zelt auf französisch heisst. Ja ja, ist schon lange her der Franz-Unterricht und ich hatte auch eine gewisse Vorahnung. Aber ich wollte mir sicher sein und keinen Fehler machen. Tente kam dann auch richtig raus. Der ganze Rest war jedoch ein Gemisch von falscher Grammatik, schlechter Betonung und einem üblen Verhaspeln. Immerhin hab ich mich getraut, noch nach den Zimmern zu fragen und ob ich diese mal anschauen dürfe. (Ich wollte schauen, ob es einen TV gibt....) Auf den Weg zu den Zimmern erlöste mich dann der Besitzer des Camping Le Chandelier in St-Ursanne, indem er sich als Deutschschweizer zu erkennen gab. Uff! Vielleicht klappt's beim nächsten Mal besser. Es hatte keinen TV im Zimmer: ich entschied mich für meine ca. 2 Kubikmeter grosse Behausung im Grünen.
Nachdem meine Scheibenbremse nun ihren Dienst zufriedenstellend absolviert, tritt seit neustem ein anderes Problem auf. Manchmal habe ich das Gefühl, richtiggehend auf der Strasse kleben zu bleiben. Besonders fällt mir das auf gesplitterten Strassen auf, die langer Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Hier meine (plausible?) Erklärung: Unter der sengenden Sonne heizt der Splitter-Klebstoff dermassen auf, dass mein Pannen-sicherer-Schwalbe-Marathon-Plus Slick-Reifen phasenweise eine Verbindung zum Boden aufnimmt. Aber auch auf anderen Strassen ist mir ähnliches schon aufgefallen. Vielleicht hat zu wenig Luftdruck. Oder sind's die Beine ... ?
Ansonsten war es eine schöne Strecke, die mich von Basel relativ bald ins Landschäftliche und in die Solothurnische Exklave Kleinlützel führte, die ich bislang nur aus der Primarschule kannte. Von Kleinlützel aus fährt man der Lützel entlang bis nach Lucelle, das bereits in Frankreich liegt und gleichzeitig die französische Übersetzung dafür ist. Die Lucelle bildet denn auch die Grundlage für die F-CH-Grenze, die man einige Mal übertritt.
Von Lucelle geht es dann hinunter in die Ajoie Richtung Porrentruy. St-Ursanne (plus 300 Hm) oder Porrentruy, diese Frage stellte sich bald. Es war ein hin und her in meinem entscheidungsunwilligen Kopf. Viel gegessen hatte ich nicht heute, dafür umso mehr getrunken und geschwitzt. Schlussendlich entschied ich mich, den Col de la Croix hinüber nach St-Ursanne noch zu machen. Zeit hatte ich noch genügend, zu trinken auch, nur mit dem Essen happerte es. (Es hatte keine Selecta-Automaten am Wegrand.) Kurz nach der ersten heftigen 10%-Rampe schob ich das letzte von 5 Biberli an diesem Tag in den Brennofen und kurbelte im kleinsten Gang die bis 12%-steilen Rampen hinauf. Oben angekommen stellte ich fest, das selbiges heuer auch die Fahrer Tour-de-France machen müssen und zwar von der anderen Seite her, die noch viel steiler ist (15%) und mehr Höhenmeter hat (400). Am 8. Juli werde ich vermutlich in Porrentruy sein, dem Etappenort jenes Tages und mal den ganzen Rummel um den Radsports beobachten, der sich garantiert nicht (nur) von Biberli ernährt.
Viel mehr bereitet mir das Französisch Mühe, nachdem es lange Zeit in einer weit abgelegenen meines Gehirns vor sich hin kümmerte. Dabei habe ich extra noch nachgeschaut, was Zelt auf französisch heisst. Ja ja, ist schon lange her der Franz-Unterricht und ich hatte auch eine gewisse Vorahnung. Aber ich wollte mir sicher sein und keinen Fehler machen. Tente kam dann auch richtig raus. Der ganze Rest war jedoch ein Gemisch von falscher Grammatik, schlechter Betonung und einem üblen Verhaspeln. Immerhin hab ich mich getraut, noch nach den Zimmern zu fragen und ob ich diese mal anschauen dürfe. (Ich wollte schauen, ob es einen TV gibt....) Auf den Weg zu den Zimmern erlöste mich dann der Besitzer des Camping Le Chandelier in St-Ursanne, indem er sich als Deutschschweizer zu erkennen gab. Uff! Vielleicht klappt's beim nächsten Mal besser. Es hatte keinen TV im Zimmer: ich entschied mich für meine ca. 2 Kubikmeter grosse Behausung im Grünen.
Nachdem meine Scheibenbremse nun ihren Dienst zufriedenstellend absolviert, tritt seit neustem ein anderes Problem auf. Manchmal habe ich das Gefühl, richtiggehend auf der Strasse kleben zu bleiben. Besonders fällt mir das auf gesplitterten Strassen auf, die langer Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Hier meine (plausible?) Erklärung: Unter der sengenden Sonne heizt der Splitter-Klebstoff dermassen auf, dass mein Pannen-sicherer-Schwalbe-Marathon-Plus Slick-Reifen phasenweise eine Verbindung zum Boden aufnimmt. Aber auch auf anderen Strassen ist mir ähnliches schon aufgefallen. Vielleicht hat zu wenig Luftdruck. Oder sind's die Beine ... ?
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| An gleicher Stelle bei Rheinfelden hab ich schon vor einem Jahr auf meiner Rhein-Radtour ein Selbstauslöser-Foto gemacht. |
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| Felsplatte bei Metzerlen BL (oder SO?) - von hier aus beobachten schon im 30-jährigen Krieg das Kriegsgeschehen |
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