Freitag, 5. Juni 2015

Wieder unterwegs

Bericht vom 5. Juni 2015: Prag - Trutnov

Ach wie ist das schön, wieder eine Schaltung zu haben, die tadellos funktioniert. Der Mechaniker von Fine Bike hat ganze Arbeit geleistet. Arbeit, welche für einen Bewohner der Hochpreisinsel tief erscheint: 800 Kronen für nicht mal zwei Stunden Arbeit - macht umgerechnet 22 Franken pro Stunde. Dafür haben die beiden neuen Schalthebel mit 7500 Kronen zu Buche geschlagen. Diese würde man online bei Wiggle günstiger kriegen. Mir wars wert, so viel sogar dass ich noch grosszügig aufgerundet habe. Der Verkäufer war erst etwas verdutzt ob meiner Grosszügigkeit, nahm dann aber nach kurzem Zögern dankend an. Nicht selbstverständlich: der Retter von Schaffhausen wehrte sich vehement gegen eine höhere Zahlung und wollte nur Geld für das Material ...

Gebraucht hätte ich das "Grosse" heute nicht wirklich. Erst der Gegenwind in der Ebene nach Prag, danach das immer welliger werdende Gelände hinauf in Richtung Riesengebirge verhinderte einen effektiven Einsatz. Zudem fühlten sich die Beine merklich schwer an - nicht soooo schwer ... aber schwerer als man nach einem Ruhetag erwarten könnte. Wirklich ruhig war es nicht am Ruhetag in der Goldenem Stadt. Den Morgen habe ich noch mit ausschlafen, bloggen und käffele verbracht. Dann habe ich das Velo abgeholt und bin danach für 2 Stunden auf die Massagematte gelegen. Schliesslich folgte der "anstrengende" Teil: laut GPS-Tracker habe ich rund 8 km zu Fuss zurückgelegt - und das mit meinen Leichtgewichts-Barfuss-Schuhen, mit denen man jeden Kieselstein und jeden Pflasterstein einzeln spürt und keine Unterstützung fürs Fussgelenk bietet. 

Raststätte kurz ausserhalb Prags 

Detaillierter Verlauf der Hauptstrasse an jeder Kreuzung

Holzkirche

Unscharfes Spiegel-Selfie

Ebene östlich von Prag

Kirche von Trutnov

Donnerstag, 4. Juni 2015

Mit Rückenwind zum grossen Kettenblatt

Bericht vom 3. Juni 2015: Pilsen - Prag

Heute konnte ich mir Zeit lassen. Von der "Bierstadt" in die "Goldene Stadt" sollten es nur knapp über 90 Kilometer sein. Ursprünglich hatte ich dieses Teilstück noch in die gestrige Etappe eingeplant und Pilsen dafür ausgelassen. Das hätte jedoch eine Etappe über 220 Kilometer bedeutet. Es gab mehrere Gründe, weshalb ich mich dagegen entschieden hatte. Zum einen Zeit: auch so bleibt mir - trotz Ruhetag in Prag - noch genügend Zeit bis Vilnius, der litauischen Hauptstadt. Zum anderen wäre es unverhältnismässig und unnötigerweise ein Wagnis gewesen, nach 7 Stunden im Sattel ins Zentrum der Millionenstadt zu radeln und allen Tramschienen, Autos und Schlaglöchern auszuweichen. Und: es sind Ferien!

So konnte ich mir unterwegs genügend Zeit lassen und die sanfte, leicht hügelige Flusslandschaft geniessen und mich vom heftigen Rückenwind in die tschechische Hauptstadt treiben lassen, wo ich mich auf zwei Sachen freute: den Ruhetag und zwei neue Schalthebel bzw. auf das grosse Kettenblatt, welches ich heute mehr als nur einmal misste ... (mehr dazu morgen)

Der arme Hund ...

Kurz vor Prag 

Zwischen Prag und Pilsen 

In der Prager Rush Hour

Der Veloladen mitten in der Altstadt 




Holpriger Tag

Bericht vom Dienstag, 2. Juni 2015: Schwandorf - Pilsen (Tschechien)

Obwohl mich der Tag mit Sonnenschein begrüsste, war's ein eher harziger Start in den Tag. Zwar hatte ich immer noch gut Rückenwind, doch irgendwie wollte der Velotag nicht so richtig in die Gänge kommen. Das mag auch damit zusammenhängen, dass ich viele kleine Pausen und Kaffeehalte einlegte oder musste. Vielleicht lag es auch am Wetter: die Sonne verschwand bald einmal und ohne Bewegung wurde es unangenehm kühl zusammen mit dem mässigen Wind. Oder es lag am Gelände, welches zwar schön anzusehen ist mit den sanften Hügeln, in welchen sich erst bayrische, dann böhmische (sprich tschechische) Kleinstdörfer versteckten, aber dessen welliges Terrain nicht zu unterschätzen ist. Erschwerend kommt wohl hinzu, dass ich mich auf eine kurze Etappe eingestellt hatte - und dabei die Höhenmeter (immerhin 1700m) "vergessen" hatte. 

Zu allem "Übel" wurden hinter dem ehemaligen eisernen Vorhang die Strassen schlagartig holpriger. So schlimm wars denn auch wieder nicht ... Die Sonne kam wieder und drückte doch den einen oder anderen Schweisstropfen hervor. Die Strassen wurden besser je weiter ich mich vom ehemaligen Sperrgebiet entfernte. Und das Ziel mit dem berühmten "Urquell" rückte immer näher ;-)

Vor 30 Jahren kam man hier nicht so einfach durch ...

Typ. Tschechisches Dorf mit Kirche und Wasserspeicher 

Rast in einer überdachten Velo-Raststätte

Radweg, nein Nebenstrasse

Deutsch-tschechisches Grenzgebiet