Donnerstag, 18. Mai 2017

Nicht stoppen lassen

Das Highlight des Tages war vorbei. Der Himmel über dem Gailtal nach dem Grenzübertritt nach Österreich deckt sich mit Wolken zu. Und der Weg nach Iselsberg ist noch weit und verspricht keine weiteren Höhenpunkte ... was hilft? Genau: ein bisschen Musik hören über den iPhone-Lautsprecher. Als erstes Lied kommt "Don't stop me now" von Queen. Wie passend! Genau der richtige Motivationskick. Die Stimmung steigt, der Gang wird strenger, das Tempo und der Puls höher.

 

Mittwoch, 17. Mai 2017
  • Route: Bovec - Kranjska Gora - Wurzenpass (AUT) - Hermagor - Kreuzbergsattel - Iselsbergpass
  • Daten: 166 km, 6:46h, 3150 hm
  • Sterne: *****/**
  • Topografie: Gebirgspass, dann zwei Flusstäler jeweils durch einen Übergang 
  • Strassen: rissiger und grober Asphalt im Gailtal, viele Radwege, auch diese nicht immer gut, im Drautal Hauptstrasse sehr gut. Abfahrt vom Vrsic grob und gepflasterte Kehren. 
  • Verkehr: nur im Drautal viel, da Hauptstrasse. Sonst kein Thema. 
  • Landschaft: Flusstäler, bergig (Julianische Alpen, Lienzer Dolomiten) 
  • Wetter: sonnig mit Wolken, ab Österreich stark bewölkt, gegen Abend Aufhellungen
  • Wind: schwacher im Gail- starker Rückenwind im Drautal
  • Radler: vermehrt Freizeitradler, viele Rennradler und einige Tourer
  • Stimmung: gut
  • Energielevel: physisch gut, physisch etwas weniger
  • Tenue: Armlinge und Windweste, im Aufstieg kurz-kurz, Abfahrt mit Regenjacke und Stirnband, dann kurz-kurz und zuweilen mit Armlingen 
  • Highlight: Aufstieg zu Vrsic-Pass
  • Lowlight: Aufstieg mit "leerem Tank" auf den Iselsbergpass
  • Bemerkenswert: heute hauptsächlich gesund ernährt - Pflaumen, Feigen und Apfelstrudel, Rhabarberkuchen. Fruchtsaft. Keine Cola oder Schokolade. 
 
    
 
    
 
   

Dienstag, 16. Mai 2017

Das war Kroatien

  • Es wird teurer: Ok, in Dubrovnik wird einem das Geld förmlich aus der Tasche gezogen - 28 Kuna (fast 5 Franken). Schweizer Preise, ja; aber für das Geld kriegt man im Studenac eine üppige Mittagsrast
  • 24h-Bäckereien
 
  • Fern-/Busfahrer hupen vor Überholen
  • "Shivili" heisst Prost
 
  • Benzin: 8.50, Diesel: 9.30 Kuna
  • Gefährliche Überholmanöver von Entgegenkommenden
  • Konzum, Studenac, Apfel, Tommy, Bakmaz, Plodine: so heissen ein paar der Supermarkt-Ketten
 
  • Aber auch deutsche Ketten gibt's: dm, Müller, Lidl, Kaufhaus
  • Keine Seitenstreifen
 
  • Viele Kleinbauern die in der Pampa ein kleines Stück Land besitzen 
  • Appartements überall, dafür weniger Hotels
 
  • Angemalte Bushäuschen mit dem Logo des lokalen Fussballclubs
 
  • Grosse Grills in Gärten
 

Slowenisches Kontrastprogramm

Wie verwöhnt ich auf den letzten drei Etappen entlang der dalmatinischen Küste wurde, wurde mir heute bewusst. Schon der Start war herausfordernd: Rampen über 15% mussten erklommen werden um dem Morgenverkehr der Hafenstadt Rijeka zu entkommen. Und das ohne Hallo-Wach-Kaffee ... im Apartment hatte es zwar eine Waschmaschine aber kein Gerät zum Kaffee machen. Die Pekarna nebenan hatte "nur" essbares, was jedoch auch seine Vorteile hatte.

Nachdem der erste Anstieg geschafft war, gönnte ich mir den ersten Kaffee. Gleichzeitig suchte ich nach Alternativen bzgl. Übernachtung, die etwas vorher kommen könnten: Bovec war zu diesem Zeitpunkt geistig noch mehr als die vom GPS vorausgesagten 170 km entfernt. 

 
Die Strassen waren etwas holpriger als erwartet, der Verkehr konnte nicht ignoriert und als mich dann noch eine Regenfront streifte, war die Stimmung im Keller. Doch ich ignorierte die widrigen Umstände und radelte einfach weiter ohne mir gross Gedanken zu machen, ob ich es noch bis Bovec schaffen würde. Es wird schon gut kommen, dachte ich mir ...

Und so kam es auch: in Idrija genoss ich einen weiteren Kaffee und auf den 45 abfallenden  Kilometern nach Tomlin kippte der Schalter. Den Ruhetag vor Augen zapfte ich den Resevetank an und drückte nochmals ordentlich in die Pedale. Nur unterbrochen durch zahlreiche Fotostopps, obwohl die Landschaft hier in den Julianischen Alpen schon sehr vertraut wirkt.  

 

Montag, 15. Mai 2017
  • Route: Rijeka - Postojna (SLO) - Tolmin - Bovec 
  • Daten: 200 km, 7h24, 1950 hm
  • Sterne: */****
  • Topografie: Anstieg auf Total 600m bis Pivka, dann wellig gefolgt von 60 km abfallend bis Tolmin, dann wellig leicht ansteigend bis Bovec 
  • Strassen: schlechter als erwartet. Sehr abwechslungsreich, mal top, mal flop. Ab Idrija deutlich besser. Relativ viele Baustellen. 
  • Verkehr: mühsam in Rijeka, ab Grenze bis Postojna ebenfalls viel (Hauptstrasse), danach nicht mehr störend 
  • Landschaft: hügelig bis Grenze, wellige Ebene, Schlucht bis Tolmin, danach Voralpen
  • Wetter: sonniger Start, dann Regenzelle gestreift in Postojna, danach wechselnd bewölkt. Um die 20 Grad
  • Wind: unterschiedlich, im Verhältnis 2:1 Rücken- zu Gegenwind
  • Radler: zwei Tourenradler, ein Rennradler im Café, der vor dem Regen flüchtete
  • Stimmung: erst schlecht, nach der Regenfront allmählich besser werdend bis sehr gut
  • Energielevel: Tankanzeige defekt? Dann Reservetank gefunden. 
  • Tenue: Kurz-kurz, hälftig mit Windweste, ab Pivka kurzzeitig mit Ärmlinge, rund um Postojna mit Regenjacke
  • Highlight: Ankunft im Hotel, Stolz unter "nicht optimalen Bedingungen" einen 200er geschafft zu haben (auch wenns dafür noch eine Extra-Runde im Zielort brauchte)
  • Lowlight: Unerwartet schlechte Strassen
  • Bemerkenswert: in Slowenien sieht aus wie zuhause. Mitteleuropäische EFH und Autos.