Dienstag, 3. Juli 2012

Tag 21: Richtung Mittelpunkt

Es war wieder einer dieser lauen Sommernächte, in denen ich ein Super-Feature meines Zeltes einsetzen durfte: nur durch ein Moskito-Netz getrennt den Sternenhimmel schlafen. Die Sterne selbst erkenne ich mit meinen -5.5 Dioptrien zwar nicht, aber es ist trotzdem wunderbar, so einschlafen zu dürfen. Überhaupt schlafe ich sehr gut auf der schmalen Term-A-Rest Aufblas-Matte. Nur die Anzahl Einschlafpositionen ist stark limitiert und gegen morgen wird es schon ein wenig hart. Einmal schmerzte mir auch die Hüfte, weil ich zu lange auf der Seite gelegen haben muss und sich Druckstellen entwickelten.

Ausgeschlafen packte ich meine Sieben-Sachen und fuhr in klarer Morgenluft dem Walensee entlang Richtung Glarner-Land mit dem Ziel Netstal, wo der Pragelpass beginnt und einem durch das traumhafte Klöntal führt. Ein entgegenkommender Wanderer sagte zu mir, ich solle nicht zu schnell fahren, sonst ginge es viel zu schnell vorbei.

Klöntaler See bei Seerüti, Blick Richtung Osten
Klöntaler See bei Vorauen, Blick Richtung Osten
Das Mini-Stativ kam auch auf dem Pragelpass zum Einsatz - diesmal ist das Passchild mit auf drauf.

Die Abfahrt hinunter nach Muotathal ist nicht so toll. Ständig ist geht es sehr steil runter (15%) und man ist ständig in Intervallen am Bremsen. Auf dem schmalen und verwinkelten Strässchen durch den Wald sieht man nicht viel, auch entgegenkommende Autos nicht oder erst sehr spät. Deshalb muss man immer auf der Hut sein, sehr aufmerksam und angepasst fahren. Unten angekommen tun einem dann die Arme weh und die Hände brauchen erst mal ein wenig Erholung. Wenn es immer so wäre, würde ich wohl lieber aufwärts als abwärts fahren. In Intervallen bremsen deshalb, damit die Bremsen nicht überhitzen. Warm wurden die Bremsen trotzdem und brauchten etwas Kühlung (Ton einschalten):


Ab Muotalhtal bis nach Brunnen verliert man auch noch Höhe, allerdings nicht mehr viel aufs Mal und  man hat des Radfahrers grössten Feind gegen sich: den Gegenwind (Bei Steigungen weiss man wenigstens, weshalb es nicht schneller geht, und im Normalfall wird es anschliessend kompensiert). Typischerweise bläst einem der Talwind an schönen Sommertagen wie diesem talabwärts ins Gesicht. Das Wallis hinauf durfte ich davon profitieren.


In Brunnen ging ich in den Kiosk-Laden beim Schiffsteg und kaufte mir zwei Glacen und ass den Nussgipfel, der vom Zmorge noch übrig blieb. Kein ungewöhnlicher Zmittag in diesen Tagen. Auf dem Schiff entspannte ich mich mit klassischer Musik in und angenehmen Wind um die Ohren bis nach Beckenried. Von dort fuhr ich über die kleine Anhöhe bei Ennetmoos bis nach Sarnen, wo gerade die letzten Vorbereitungen für das Innerschweizerische Schwing- und Älplerfest stattfanden.


Vierwaldstättersee-Panorma zwischen Beckenried und Buochs

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