Posts mit dem Label Alpen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Alpen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 30. August 2015

Bericht eines langen, anstrengenden und schönen Tages

Grimselpass, 2164m

Der Aufstieg zur Grimselpasshöhe zieht sich in die Länge, ist aber dank der abwechslungsreichen Streckenführung und der Morgenfrische gut zu meistern. Es gibt einige steilere Abschnitte (10%), aber auch flache Passagen in Guttannen und entlang den Stauseen. Ich komme gut voran. Fahre knapp am Limit, d.h. irgendwo im sogenannten Entwicklungsbereich mit Puls 160 bis 168. Im letzten Abschnitt fallen sogar einige persönliche Bestzeiten. Ich fühle mich gut, habe keinerlei Beschwerden. Auch das Schwitzen hält sich in Grenzen, weil die hohen Granitfelswände schön Schatten spenden. Nach insgesamt rund 1h45 ist der erste Verpflegungsposten erreicht, an welchem traditionell ein ziemliches durcheinander herrscht. Ich verliere nicht viel Zeit und lass' die Räder ins Wallis rollen.

Nufenenpass, 2478m

Zwischen Oberwald und Obergoms passiert es. Meine Pechserie geht weiter. Der hintere Reifen verliert Luft: ein kleines Loch, doch im brandneuen Reifen findet sich keine Spur von einem Metallteil oder einem Scherbenfragment. Nach einem Tunnel muss ich rechts ranfahren. Es tut weh, Gruppen von Rennrad-Fahrern vorbei rauschen zu hören, während man am Strassenrand versucht einen neuen Schlauch reinzuziehen. Noch mehr weh tut, wenn man beim ersten Versuch das Ventil abbricht und sich wegen einem selbst ärgern muss, weil man die in die Jahre gekommen Mini-Pumpe benutzen muss, welche schon etwas "verhockt" ist. Ich kriege nur ca. 5-6 Bar hinein, gestartet bin ich mit 7.5 Bar... Meine Hoffnung, in Ulrichen einen Bike-Shop mit ordentlicher Pumpe vorzufinden, war vergebens. So muss ich wohl oder übel mit einem "gut federnden" Reifen die 1000 Höhenmeter hinauf zur Passhöhe in Angriff nehmen. Weil ich durch diese Episode ca. 20 Minuten verloren habe, muss ich ordentlich drücken und fahre über dem Limit (ca. 170 Puls im Schnitt). Im unteren Bereich gibt's dadurch wieder eine persönliche Bestzeit, bis nach ganz oben "verliere" ich nur etwas über eine Minute auf meine Bestleistung von letztem Monat. Auf der Passhöhe ist dann Eile angesagt. Flaschen füllen, ein Gel und eine Bouillon müssen reichen. Und ach ja, geärgert über die miserable Velopumpe vom Veranstalter habe ich mich auch noch müssen. Nicht mal eine Druckanzeige hatte dieses Vorkriegsmodell. Eile deshalb, weil in Airolo schliesst die Strecke der Platin-Tour um 11:15 Uhr. Es reicht - mit 7 Minuten Reserve! Eine Ausrede, doch links Richtung Tremola abzubiegen (Gold-Tour) entfällt ;-)

Leventina

Ab Airolo bildet sich schnell eine Gruppe, um besser gegen den mässigen Talwind in der Leventina anzukämpfen. Anfangs war die Gruppe nur 6 Radler gross, wuchs aber bis Biasca doch auf eine Grösse von 20-30 an. Darunter auch einige Iditioten, die achtloss sämtlichen Abfall einfach so in die Wiesen schmeissen. Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass Velofahrer keine besseren Menschen sind, nur weil sie sich ohne Motor fortbewegen. Rotlichter werden überfahren (Baustelle am Grimsel, bergab notabene), Sicherheitslinien überfahren (Schöllenenschlucht), Radstreifen nicht benutzt (Leventina). Ich möchte mich hier nicht als etwas besseres darstellen. Auch wegen mir wurde schon mal gehupt und die Hände verworfen ;-)

Lukmanierpass, 1915m

Unterschätze den Lukmanier nicht. Auf dem Höhenprofil der Platin-Tour schaut er relativ harmlos aus. Er knackt nicht einmal die 2000-Meter-Marke, doch er zieht sich unendlich in die Länge. Ab Biasca sind es über 40 Kilometer horizontal und über 1600 Meter vertikal, die es zu überwinden gilt. Davor konnte man es vom Nufenenpass her kommend über 2100 Meter mehr oder weniger laufen lassen. Die Beine sind es sich entsprechend nicht mehr gewohnt, bergauf zu treten. Übermässig steil ist er nie. Einigermassen abwechslungsreich ist er auch, aber halt - eben - lang und die löchrigen Betonplatten nerven. 40 Kilometer: das ist die Strecke von meinem Heimatort Däniken nach Solothurn. An und für sich nichts erwähnenswärtes für einen ambitionierten Hobby-Fahrer. Aber zusammen mit 4.5 mal auf die Schafmatt (je 350 Höhenmeter - ok, Schafmatt ist doppelt so steil ab Rohr SO) ist's schon recht happig - v.a. bei anfangs 30 Grad Celsius und bereits mit zwei anderen veritablen Alpenpässsen in den Beinen. Irgendwie geht auch diese Strapaze vorbei. Ich mache an der Verpflegungsstelle eine etwas längere Rast. Längere Rast heisst: 15 Minuten, sich hinsetzen und Brot mit Schoggi essen. Wobei essen, na ja - runterwürgen irgendwie. Zu wenig Speichel. Es scheint, als würde sämtliche Flüssigkeit für's Schwitzen benötigt. Das Brot behalte ich halb zerkaut noch eine Weile im Mund, bis ich es mit einem ordentlich Schluck aus der Pulle runterspülen kann. Da befinde ich mich bereits auf der Abfahrt Richtung Disentis.

Oberalpass, 2046m

Der Aufstieg zum zweitletzten Pass verläuft bis kurz nach Sedrun/Rueras ruhig. Trotz Gegenwind komme ich gut vorwärts. Nach der Rechtskurve in Dieni beginnen die Qualen. Der Gegenwind wird gefühlt nochmals etwas stärker, so dass ich mich gezwungen sehe, bei 20 km/h und 3 Steigungsprozenten in den Unterlenker zu gehen und Windschatten bei einem Leidensgenosse suchen muss. Nach der sich endlos anfühlenden Gerade bis nach Tschamut muss ich kurz Halt machen: die Füsse entlasten, etwas trinken und versuchen, feste Nahrung zu mir zu nehmen. Es haben sich Druckstellen gebildet an den Fussballen. Der Magen ist stabil. Doch die Lust auf Nahrung hält sich in Grenzen. Mehr als einen halben Riegel krieg ich nicht runter. Mehr ist auch nicht nötig. Ich kriege den Puls nicht mehr gross über die sogenannte "individuelle anaerobe Schwelle" - bleibe also mehrheitlich im Bereich der Fettverbrennung. Energiebereitsstellung ist das eine, Krämpfe verhindern das andere. Enorm wichtig ist bei diesen Temperaturen die Versorgung mit Salz - rund 12 Salztabletten à 1 Gramm nehme ich zu mir. Die 10 Kehren im Schlussaufstieg zur Passhöhe gehen dann auch irgendwie vorbei, erstaunlich gut - auch dank der "Zwangspause". Aber an Bestzeiten ist nicht mehr zu denken. Die Zeit spielt eh eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist das durchkommen. Am Lukmanier und auch auf der langen Gerade nach Tschamut kommen immer kurz Gedanken ans Aufgeben, die gleich wieder verworfen werden. Je näher die Passhöhe kommt, desto mehr lässt die Vorfreude auf die Zieleinfahrt die Schmerzen vergessen und die negativen Gedanken verschwinden. Dass mit dem Sustenpass noch ein happiger, langweiliger Brocken vor mir steht, verdränge ich auf der Passhöhe so guts geht, während ich an einem schattigen Plätzchen an der Verpflegungsstelle eine Cola schlürfe, Schoggibrott esse und mit dem von der Stirn fallenden Schweisstropfen den Boden bewässere ...

Sustenpass, 2224m

Vor dem letzten Aufstieg fühle ich mich sehr gut, kann einige Fahrer überholen. Trotzdem ziehe ich den Joker und höre aufputschende Musik mit einem Knopf im Ohr. Beide Ohren zuzustöpseln wäre zu gefährlich - zu viel Verkehr. Die ersten Kehren und Tunnels gehen sehr gut. Nicht so gut wie am Grimsel/Nufenen, aber deutlich besser als am Lukmanier. Dann beginnt die Leidenszeit. Schon bald sieht man das Meiental hinauf zur vermuteten Passhöhe. Zermürbend! Noch rund 1000 Höhenmeter stellen sich mir in den Weg, nachdem ich 5500 Höhenmeter hinter mir gelassen habe. Ich muss ein paar Mal anhalten. Der Rücken will nicht mehr. Die Schulter ist arg verspannt und Füsse melden sich auch ab und an. Der Schweiss tropft. Kopfsache! Ich wechsle die Musik, fahre dabei fast in ein Gruppe "gestrandeter" Radler (vermutlich Panne). Im zweitletzten Moment kann ich noch ausweichen. Durch die zahlreichen Pausen überhole ich immer wieder die gleichen Radler. Sie kennen mich vermutlich bereits vom hören. Denn irgendwas knackst. Ich hoffe, es ist der Sattel. Mit jeder Pedalumdrehung knarrt es. Insgesamt geschätzte 40'000 Mal. Total waren es 54'000 Kurbelbewegungen während den 9 Stunden "Pedalzeit". Nach anderthalb Stunden ist's vorbei. Ich erreiche den Scheiteltunnel. Trinke eine Bouillon, esse ein paar Orangenschnitze, ziehe die Windweste an und ab gehts auf die 30-minütige Abfahrt hinunter nach Innertkirchen.

Zieleinfahrt

Auf der Abfahrt konnte ich mich offenbar sehr gut erholen. Auf dem kurzen Aufstieg "über" die Aareschlucht gibt's erneut einen persönlichen Rekord. Die Vorfreude auf die Zieleinfahrt und das damit verbundene Adrenalin lassen sämtliche Schmerzen verschwinden und letzte Reserven aktivieren. Ich rausche dem Ziel entgegen, überhole noch ein paar Fahrer und dann - peng - ist's vorbei. Einfach geil! Dutzende Leute klatschen begeisternd und anerkennend, der Speaker nennt einem mit Namen und meint ein paar Minuten später in breitem Berndeutsch, als weitere Fahrer eintreffen: "Das se halt scho verrockti Cheibe, die Platin-Fahrer...". Wie wahr!

2500 Radler vor dem Start in Meiringen
Pause am Lukmanier 
Pause in Tschamut
Selfie am Oberalp
Im Aufstieg zum Oberalp
Selfie im Ziel

So sehen Beine und Füsse aus nach 13 Stunden Velo fahren :-) 
Und so die Belohnung dafür - konnte leider nicht warten für's Foto :-) 



Freitag, 28. August 2015

Gold, Platin und Meringues

Platin gilt gemeinhin als sehr wertvolles Edelmetall, teurer als z.B. Gold. Letztes Jahr Ende August war das noch so - trotzdem habe ich mich heute vor einem Jahr für die "Gold-Tour" am Alpenbrevet entschieden, was eine weise Entscheidung war. Die 5000 Höhenmeter (immer noch persönlicher Rekord) und die Abfahrt bei gefühlten Null-Grad vom Sustenpass reichten für's erste. Schliesslich soll man noch Ziele haben für das Folgejahr.

Nun ist der der Platinpreis von dazumal 1400$ pro Feinunze auf 1000$ gesunken, in der gleichen Zeit pendelte sich der Goldpreis bei 1100$ ein. Trotzdem: Platin hat für mich dieses Jahr einen grösseren Wert - denn Platin bedeutet die ultimative Herausforderung: 5 Alpenpässe, 7000 Höhenmeter und 270 Kilometer. Im Moment habe ich noch keine Vorstellung, wie sich das anfühlen wird. Wie reagiert der Körper, wie der Magen auf einen Tag Dauerleistung und Flüssignahrung aus dem Bidon?

Morgen um diese Zeit (17 Uhr) werde ich noch unterwegs sein, vermutlich irgendwo zwischen Oberalp- und Sustenpass. Ich rechne mit 12 bis 13 Stunden Fahrzeit um die Pässe Grimsel, Nufenen, Lukmanier, Oberalp und eben Susten zu bezwingen und freue mich riesig auf die Zieleinfahrt und eine Riesenportion Meringue :-)

In Meiringen gibt's dich grössten Meringues und die längsten Velotouren.



Mittwoch, 26. Juni 2013

Defekte und Verluste

Nicht der Körper (inkl. Kopf) muss auf einer solchen Tour Höchstleistungen erbringen, auch das Material wird strapaziert. Das naheliegendste ist mir zum Glück erspart geblieben. Ich hatte nie einen Platten. Als Hinterreifen habe ich einen 25er "Schwalbe Durano" montiert. Vorne habe ich mit dem "Bontrager R3" Original-Reifen dran gelassen. Die Original-Schläuche habe ich gegen etwas dickere und damit widerstandsfähigere ausgetauscht. Ich fuhr (glaub) mit 7-8 bar Druck. Da ich den Durano zuvor schon einige Monate gefahren hatte, operierte ich vor der Abfahrt alle Steinchen und Metallteilchen aus dem Profil heraus - immerhin vier Stück. Die hätten sich sonst bestimmt noch weiter in die Kaskade rein gefressen und so für eine unangenehme Überraschung sorgen können - schlimmstenfalls bei Gewitterregen im freien Gelände ohne Möglichkeit irgendwo in den "Schärmen" zu  flüchten. 

Hier eine Auflistung was alles kaputt oder verloren gegangen ist:

Velo-Handschuhe verloren
Den rechten verloren in Heiligenblut irgendwo zwischen Ankunft und Hotelbezug. Billig-Ersatz für €9.90 in Bruneck gekauft. Zu Hause gibt's jeder welche von "Roeckl". 

Löcher in Armlingen
Beim den Arm hoch ziehen gab es Löcher auf Höhe des Ellbogens. Nicht gross störend, zeugt aber nicht von Qualität. Würde nicht wieder welche aus Merino-Wole kaufen. Die günstigen von "Hürzeler" halten bis jetzt und kosteten weniger als die Hälfte. 

Abgenutzte Radhose
Nalini-Stoff nahe Naht zum Polster durchgescheuert. Normale Abnutzung. Schade, hat gut gepasst diese "Hinter-Sattel-Hose"-Kombo. Ersatz im "besten Radladen in ganz Südtirol" (Aussage Hotelbesitzer) in Eppan gekauft von Gore. Nicht schlecht, aber eine Nummer zu gross. 

Dunkle Sonnenbrille verloren
In einem Tunnel zwischen Tiefencastel und Thusis vom Lenker gefallen. Erst nach Tunnel gemerkt. Ersatz im Coop Gstaad von Polaroid. Sehr zufrieden, wenn auch keine "Rennrad-Optik". 

Bruch der orangen (hellen) Sonnenbriile
Bei voller Fahrt fiel rechtes Brillenglas aus der Fassung. Abgebrochen. Das andere Glas zeigt auch schon Risse an gleicher Stele. Qualität? Variolux. Behelfsmässig mit Isolierband repariert. Sieht komisch aus, stört aber nicht. 

Abgenutzte Adapterplatten an Schuhe
SPD-SL ist nicht gemacht für Touren. Starke Abnutzung durch "Sight-Seeing" (nicht übermässig) beim gehen auf Strassen. Vorsorglich Ersatz in Eppan besorgt zusammen mit Radhose. Montiert nach zwei Dritteln der Strecke auf Jaunpass. 

Fettpolster an Bauch und Rippe "geschmolzen"
Vor allem beim bergauf fahren. Mangelnder Nachschub in Form von Nahrung ;-)





 





Ziel erreicht: "it's a Nice"

http://www.velowaerts.ch/2013/06/logbuch-dienstag-25-juni-2013.html

Die Topographie wird flacher. Der Horizont ist bewaldet und grün, statt felsig-grau bzw. schneeweiss Man ist sich sicher, dahinter können sich keine Berge mehr verstecken. Ein tolles Gefühl, wenn man weiss, dass sich hinter den Hügelzügen das Mittelmeer befindet. Dort, wo sich die Alpen ins Meer absenken gewissermassen.

Dann ist es soweit: mit dem flachen Col de Castillon (706 m) ist das letzte Hindernis überwunden, den kurzen Scheiteltunnel durchqueren, gefolgt von einer Linkskurve und ein paar Metern den Berg hinab rollen - und dann überwältigt mich der Anblick des Meeres. Ich muss für einige Minuten inne halten. Freudentränen kullern über die Wangen. Ich schluchze. Kann es kaum fassen. Auch jetzt wo ich diese Zeilen schreibe einen Tag später immer noch nicht recht. 

Dann muss ich mich sammeln für die Abfahrt hinunter an die Küstenstadt Menton. Noch einmal vollste Konzentration ist gefragt. Der Verkehr nimmt langsam zu. Anstelle der Motorräder treten nun die lärmenden und stinkenden Vespas und Moto-Roller. Nachdem ich die Energiespeicher wieder aufgefüllt hatte (ein Pack Guestsli und eine Magnum-Glace), zog ich Schuhe und Velo-Shirt aus und hüpfte ins Meer. Herrlich! Dann noch ein paar (Selbstauslöser-)Fotos. Die Leute rundherum haben sich sicher gefragt, was denn das für komischer Vogel ist und sich mit dem Velo ablichtet. Die haben ja keine Ahnung, welche Mühen und Strapazen, aber auch schöne Erlebnisse dahinter stecken:

- 2192 Kilometer
- 42'750 Höhenmeter 
- 104 Stunden 
- 21 Etappen
- 58'000 kcal 
- 41 Pässe 

Was auf den ersten Blick wie eine Kür aussehen mag, entpuppte sich als Pflicht: von Menton mussten noch rund 30 Kilometer bis nach Nizza zurückgelegt werden. Dazwischen liegt das zugebaute, enge, von Tunnels durchlöcherte Monaco. Und es war gerade Rush Hour. Zudem geht es ständig auf und ab. Nicht dass das ein Problem gewesen wäre, aber ich habe mir dieses letzte Stück ein wenig einfacher vorgestellt. So wurde es mit knapp 7h "Sattelzeit" die längste Etappe. Nur die Startetappe war auch in diesem Rahmen.

Vor mir liegen nun zwei Tage entspannen an der Côte d'Azur ...

Letzte Übernachtung in den Bergen in Saint-Saveur in einem *-Hotel

So kann man "Legende" auch übersetzen :-)

Die letzte Haarnadelkurve (Col de Castillon)

Das letzte Passfoto

Schattenbild

Erster Blick aufs Mittelmeer

Die Kettenschmiere am linken Bein überstand das Bad im Meer

Monaco im Gegenlicht 

Bienvenue à Nice

Nizza und ich im Gegenlicht 

Die zurückgelegte Strecke - die Lücke ist der Albulapass, wo mein GPS-Gerät meinte, keine Aufzeichnungen machen zu müssen :-(

Logbuch Dienstag, 25. Juni 2013

Start: Saint-Saveur-sur-Tinée, Alpes-Maritimes, F - 500 m
Ziel: Nizza, Alpes-Maritimes, F - 17 m
Distanz: 136 km
Fahrzeit: 6h55
Höhenmeter: ca. 2780 m
Pässe: 
- Col St. Martin, 1500 m: gleichmässig dem Hang entlang bei 6-7% Steigung; na ja, es gibt schönere Pässe
- Col de Turini, 1607 m: der letzte 1000er-Anstieg, eindrückliches Kurvengeschlängel im Wald bei gleichmässiger Steigung von 8-9%, Abfahrt auf Rally-Piste mit vielen Bremsspuren, äusserst vorsichtig gefahren
- Col de Castillon, 706 m: der letzte Pass, flach, durch mediterrane Landschaft 
Energieverbrauch: ca. 3250 kcal
Wetter: sonnig, dann bedeckt, wieder sonnig, angenehme Temperatur
Highlight: erster Blick aufs Mittelmeer
Lowlight: Rush-Hour in Monaco
Fazit: yes !!!!!!!




Dienstag, 25. Juni 2013

Dem Ziel nahe

http://www.velowaerts.ch/2013/06/logbuch-montag-24-juni-2013.html

Ich komme dem Ziel "Nizza" immer näher. Ich bin in Saint-Saveur-sur-Tinée. Von hier sind es noch rund 50 km bis an die Côte d'Azur. Nizza ist per ÖV erreichbar. Der Weg hierhin gestern (24. Juni, Guillestre - Saint-Saveur) war beschwerlich. Ich musste beissen. Den ersten Pass habe ich unterschätzt, bzw. falsch in Erinnerung gehabt. Dabei lese ich jede Passbeschreibung auf www.quäldich.de mind. zweimal. Die erste Rampe am Col de Vars war heftig mit 10% über längerer Strecke. Die ersten zwei Mars-Riegel des morgens gekauften Sixpacks fielen dem Anstieg zum Opfer. 

Im Jausier weiter südlich musste ich mich dann zwischen zwei Pässen entscheiden. Entweder über den hohen und anständig steilen Col de la Bonette oder den etwas weniger hohen Cayolle. Schliesslich wollte ich es nochmals wissen und konnte diesem Schild nicht widerstehen: 


Dass die extra für diesen Superlativ angelegte Zusatzschleife um den Gipfel wegen Schneeräumung gesperrt war, stand leider nirgends. Die 1600 Höhenmeter an der prallen Sonne auf beinahe durchgehend 8-10% Steigung waren brutal. Umso grösser die Enttäuschung, als ich dann die Schneefräsen in Aktion sah. 

Tal bei Guillestre 

Der wohl kleinste Polizeiposten ist in Vars. 

Am Bonettepass

Ab 2500 wird's immer karger

Fahrrad flicken auf 2700 Meter über Meer 

Schneeräumer in Aktion

Von der Passhöhe wären es 120 km bis nach Nizza

Riesen-Schafherde

ÖV-Plan von Nizza

Montag, 24. Juni 2013

Logbuch Montag, 24. Juni 2013

Start: Guillestre, Hautes-Alpes, F - 1050 m
Ziel: Saint-Saveur-sur-Tinée, Alpes-Maritimes, F - 500 m
Distanz: 120 km
Fahrzeit: 5h50
Höhenmeter: ca. 2750 m
Pässe: 
- Col de Vars, 2109 m: schwieriger als gedacht, längere 10%-Rampe bis auf Hochplateau, dann durch Skigebiet bzw. -Ort (8%) und am Schluss nur noch 6%, schöne Ausblicke zurück und Ok-Panorama vorne
- Col de la Bonette, 2715 m: Nr. 3 auf meiner Tour was Höhe betrifft, auch schonheitsmässig vorne dabei; Schade war Zusatzschleife auf Passhöhe wegen Schneeräumung zu, sonst wäre mit 2802 m mein Höhenrekord gefallen, dafür längste Abfahrt mit 56 km und 2300 Höhenmeter
Energieverbrauch: ca. 2900 kcal
Wetter: sonnig, ideale Temperaturen, jedenfalls unterhalb 2000 Metern, ab da auch windig kühl 
Highlight: 6 Mars und 6 Honigwaffeln :-)
Lowlight: Schneeräumung am Bonette
Fazit: Komme dem Ziel näher - Nizza ist von hier per öff. Bus erreichbar


Bildsprache

http://www.velowaerts.ch/2013/06/logbuch-sonntag-23-juni-2013.html

Die Reise neigt sich dem Ende zu. Mir fehlen die Worte, die gestrige (23. Juni, Valloire - Guillestre) Etappe zu beschrieben. Darum lasse ich Bilder sprechen (und ein wenig die Untertitel ;-)

Am Aufstieg zum Galibier

Kurvengeschlängel am Galibier

Mont Galibier mit seiner Passstrasse

Mr. Cool :-)

Galibierpasshöhe ist nicht sehr gross

Panorama von der Passhöhe 

Ich befinde mich auf der Route des Grandes Alpes

Am Col du Lautaret ("gratis" auf Abfahrt vom Galibier)

Der
 Col d'Izoard (2360 m) hat durchgehend bis zur Passhöhe einen Radstreifen

Landschaft am Izoard

Blick Richtung Süden

Auf der Passhöhe

Blick Richtung Norden

Keine Ahnung was das bezweckt - vertrauenswürdig sieht das nicht aus

"Casse Déserte" ("zerhackte Wüste") auf Abfahrt vom Izoard

Die Tour de France ist hier auch ab und zu Gast