Mittwoch, 7. September 2011

Tag 18 - Das Ende des Rheins

Am zweiten Rad freien Tag in Rotterdam machte ich eine Hafenrundfahrt. Nach rund einer Stunde warten bei herbstlichem Wetter bis genügend Leute (20) mit aufs Boot kommen, ging's dann endlich los. Die Tour war allerdings eher enttäuschend. Man fährt in einem Riesenboot (glaub 500 Touris haben darauf Platz), zahlt 9.85 € und erfährt Wikipedia-Fakten in vier Sprachen ab Band. Da die wirklich grossen Schiffe und Docks 30 Kilometer Fluss abwärts in der sog. Maasvlakte sind, muss man sich mit mittelgrossen Schiffen und Docks begnügen. Da war die Hafenrundfahrt in Hamburg vor ein paar Jahren deutlich interessanter auf dem kleinen 10 Personenboot, live kommentiert von einem echten Hamburger in lokalem Dialekt. Folglich ist das beste Bild nicht vom Hafen, sondern die hochgeklappte Erasmusbrug.



Nach dem faden Morgen folgte schliesslich ein weiterer Höhepunkt meiner Reise. Die Fahrt zum Ende des Rheins nach Hoek van Holland (Winkel von Holland). Doch diesen gab es nicht gratis. Zwar ohne Gepäck unterwegs, dafür gabs einiges an Gegenwind und ein Gewitter musste ich ebenfalls über mich ergehen lassen. Nicht so schlimm, wenn man einen Baumgruppe findet, unter der man fast trocken bleibt und nach 20 Minuten wieder die Sonne scheint. Der Wind blieb leider.

Das letzte Rheinpanorama - versprochen! - ca. 10 km vor seinem Ende
Links ist die Rheinmündung, vorne und rechts das Meer.
Am Strand vom Hoek van Holland, etwas unscharf - der
Wind blies fast das Velo davon ;)
Gegenüber vom Hoek van Holland sind die wirklich
grossen Docks. Hier ein kleines Gas-Schiff.
Auf dem Weg zurück fuhr ich durch das nur 10 km nordöstlich gelegene Den Haag. Hatte sich nicht besonders gelohnt, ausser dass ich nun auch dort einmal dort war, die Skyline fotografieren konnte und durch ein Monster fahren konnte. So heisst ein Vorort Den Haags :-)



Auf dem zurück nach Rotterdam war ich schliesslich der 5280. Radfahrer an diesem Tag. Nicht ganz, denn es zählte auch Motoroller, die auch auf den Radstreifen fahren dürfen. Dies führt manchmal zu gefährlichen Situation, da diese natürlich viel schneller fahren, als die gemütlichen Radfahrer mit ihren zum Teil scheppernden und klappernden Drahtesel. Man sieht kaum moderne Fahrräder und gerade MTB-Lenker schon gar nicht. Je mehr die Lenkgriffe in Fahrtrichtung zeigen, desto holländischer...

Gern geschehen!
100 Kilometer mehrheitlich gegen den Wind zu fahren ist ziemlich anstrengend, so dass ich nach der Rückkehr ins Hostel nur noch kurz duschen ging, beim McDonald's um die Ecke einen BigMac reindrückte und rasch schlafen ging. Die letzte Nacht in den verwinkelten Sechskant-Häusern.

Viel Platz und Privatsphäre hat man nicht im Würfel. 

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