Freitag, 27. September 2013

Volksfest, Ruhetag und Speiche locker

Entlang dem Radweg von Dillingen nach Ingolstadt gibt es nicht viel zu berichten. Etwas mühsam durch leichtes Hügelgelände oder dann flach einer Hauptstrasse entlang mit entsprechend viel Verkehrslärm. Zudem Wetter, bei welchem ich zu Hause nicht unbedingt auf's Rad gestiegen wäre. Es herbstelet: die Wege sind feucht, von einigen Blättern bedeckt, bedeckt auch der Himmel. Zudem bloss knapp 10 Grad. Keine Sonne, die einem aufwärmen kann. Beim Pause machen kühlt man schnell aus.

Meine Beine, insbesondere die Waden, verlangten nach einem Ruhetag. Der Kopf sagt aber, nö, ich will weiter vorwärts kommen. Doch die Vernunft obsiegte. Die Schilder "Volksfest, 27.9. - 6.10." (10 Tage Fest, jedes Jahr, auch im Frühjahr! - Züri-Fest: 3 Tage alle 3 Jahre) machten die Entscheidung einiges leichter. Denn ich tue mich immer schwer einen Tag der Ruhe zu "opfern". Ich will vorwärts kommen. Doch man muss sich auch zwischendurch Zeit nehmen, das Erlebte verdauen und dem Körper etwas Ruhe gönnen. Ich bin schliesslich im Rad-Urlaub, und nicht an einem Rad-Rennen. Von der Strecke her bin ich ca. in der Hälfte. Zeit bleibt also genügend.

Dass Volksfest ist, merkt man u.A. auch daran, dass bloss 2500 Zuschauer dem Eishockey-Spiel der obersten Deutschen Liga zwischen dem ERC Ingolstadt und dem Tabellenführer aus Krefeld beiwohnen. Das Stadion ist halb leer, die Stimmung trotzdem gut, weil die Kurve gut gefüllt ist und die Fans beinahe durchgehend klatschen und johlen. Auch der diskussionslose 3:0-Sieg tut das übrige zur guten Stimmung bei. (Ok, viel mehr waren bei den ersten beiden Heimspielen auch nicht gekommen: 3500 - da hat ja Lugano mehr Zuschauer :-) König Fussball regiert, insbesondere in Bayern.)

Am Samstag morgen dann ein kleiner Schock: es klimpert und knarrt beim Hinterrad. Es tönt verdächtig nach lockerer Speiche. Und ja, eine Speiche lässt sich einen Zentimeter hin und her verschieben. Google ist in einer solchen Situation dein Freund und Helfer. Allerdings schickt er (oder sie?) mich zuerst in ein Wohnquartier zu einer Privatadresse ohne von aussen erkennbare Radwerkstatt o.ä. Der nächste in der Liste ist der Brenner, ein waschechter Bayer :-) mit hunderten von neuen Fahrrädern im Laden. Schade dauert es bloss 10 Minuten, die Speiche nachzuziehen. Ich hätte mich gern noch ein wenig umgeschaut im Laden ;-) Danach hatte der Besitzer noch mein Rad gemustert: "Ist aber ne sportliche Position für'n Reise-Radl. Was bezahlst in der Schweiz für sowas? Warum hast'de die Avid-Scheibenbremse montiert?" Davor hatte er einem Laien ein vollgefedertes MTB aufgeschwatzt bzw. erklärt, was mir wie ein kleines Lustspiel vorkam. Zum Schluss meinte er noch, mit dem Hinterrad werden sie nochmals Probleme kriegen. Es ist halt nicht ganz risikolos, mit einem nigel-nagel-neuen Fahrrad auf Tour zu gehen. Lektion gelernt und in die Liste aufgenommen!


Biergarten mit Donaublick - Herz, was willst du mehr?
Schloss Neuburg vor Ingolstadt
So kann man "Rad'l" auch buchstabieren :-)

 Nachfolgend ein paar Impressionen vom Umzug im Rahmen des Volksfestes:






Strecke: Dillingen, Donauwörth, Neuburg, Ingolstadt. Distanz: 99 km. Datum: Samstag, 27. September 2013.

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