Donnerstag, 26. September 2013

Radler-Rast, Regentest und der höchste Kirchturm der Welt

Für schöne Landschaftsbilder fehlten heute zwei Zutaten: schönes Wetter und schöne Landschaften. Beides war heute (Do, 26. Sep.) Mangelware. Die halbe Nacht hatte es durch durchgeregnet. (Und ich hab mir noch überlegt, mit offenem Zelt zu schlafen. Das wäre ein Gaudi geworden, wenn ich mitten in der Nacht noch die Plane über das Innenzelt hätte spannen müssen.) Am morgen nur noch ein paar Tropfen aus den tiefliegenden Wolken. Bis Ehingen, 30 Kilometer östlich von Ulm, hatte es sogar aufgeklart. Aber die Landschaft war heute wenig beeindruckend, man könnte gar sagen: langweilig und eintönig. Über Feld-, Wald- und Wiesenwege, nur ab und zu eine Brücke, die einem daran erinnert, auf welchem Radweg man sich befindet.

Ein Blick auf den Regenradar in Ehingen offenbarte nichts Gutes. Nun ja, auch Regenkleidung will getestet werden. Test bestanden! Auf den 768 Stufen hinauf zum mit 161.53 Meter höchsten Kirchturm der Welt - dem Ulmer Münster - konnte die Regenjacke wieder trocknen. Bis ganz oben geht natürlich nicht. Bis zur Aussichtsplatform auf 143m dreht man sich in den engen Wendeltreppen ganz schön im Kreis, so dass es einem durchaus schwindlig werden kann beim Absteig. (Geschätzte 50 mal).

Ansonsten gibt's nicht viel zu berichten, ausser dass die Radler-Dichte merklich tiefer war heute. Ob's am Wetter lag?

Zahlreiche "Radler Rast": mal ungedeckt und wenig luxuriös, dafür mit Getränkeautomat

Ander mal gedeckt und mit lustigen Sprüchen an der Wand: "War das Schieben dir ein Graus, Ruh dich hier ein bisschen aus, Trink dein Spezi aus der Büchs, das Wassser und das Sitzen kostet hier nix". (Das Spezi stammt wohl vom ersteren Radler-Rast nur wenige Kilometer davor. Die Rampe unmittelbar vor dieser Rast ist 22% steil!)

Manchen Radler-Rast bieten Spass und Unterhaltung :-)

Drive-Inn-Apotheke - no comment ... 
Trinkwasser-Brunnen in Ehlingen: "Ab kehr au ei" (Wir im Schwaben-Land :-)

Donau bei Ehlingen

Die Kirche gibt sich modern: EC-Spende - leider defekt

Aussicht vom Ulmer Münster

Ulmer Münster: die Stühle davor sind offenbar dazu da, sitzend den Kirchturm zu studieren

Diese Tankstelle benötigte ich nicht

Welcher Seitenstreifen? Und überhaupt: ist hier nicht Fahrverbot für Kfz?!
Boxenstop mit "Iso Sport": isotonisches Getränk für den Donau-Radler - kalorienreduziert
Donau vor Dillingen
Strecke: Riedlingen, Ehlingen, Ulm, Dillingen. Distanz: 140 km. Datum: Donnerstag, 26. September 2013

Mittwoch, 25. September 2013

Erst im Nebel, dann in der Höhle

Die Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch (25.9.) war kalt, grad so an der Grenze des Gemütlichen; oder knapp drunter. Die Nacht war klar. Entsprechend kühlte es ab. Glaub 7 Grad hatte es morgen früh. Und Nebel, der sich nur zögerlich erst gegen 11 Uhr komplett aufzulösen vermochte. Es war ein zäher Kampf zwischen Sonne und den feinen Wassertröpfchen. Entsprechend idyllische zeigte sich mir die noch junge Donau. Dass ich sie nicht sonderlich oft zu Gesicht bekomme, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Der Donau-Radweg führt nur selten direkt dem Fluss entlang. Mehrheitlich fährt man ausserhalb Sichtweite auf Feld-, Wiesen- und Waldwegen.
Morgenstimmung am Camping am Riedsee 
Spinnweben an der ersten Donau-Brücke
Stellenweise lichtet sich der Nebel über der Donau
Die Donau ist noch ein zartes Pflänzchen. Kaum vorstellbar, dass dieses "Flüsschen" zu einem mächtigen Strom wird. Zumal ihr an zwei Stellen merklich Wasser "abgezapft" wird (Donau-Versickerung). So stark, dass während des Sommerhalbjahres das Flussbeet mehrheitlich trocken liegt. Bei Immedingen und Friedingen verschwindet Wasser in einem unterirdischen Höhlensystem (Schon mal oberirdische Höhlen gesehen?), welches dann 12 km weiter südlich als Aach wieder zu Tage tritt, dabei die grösste Quelle Deutschlands bildet und schliesslich via Rhein in die Nordsee abfliesst. Da immer mehr Wasser versickert, wird sich über kurz oder lang (wohl eher lang, sehr lang) die Wasserscheide ein wenig nach (Nord-)Osten verschieben.
Leider hatte es zuviel Wasser um im Flussbeet zu wandern
Schluckloch bei Immedingen (Bild: Wikipedia)
Das zweite Highlight des Tages war der Donaudurchbruch durch die Schwäbische Alb. Leider war ich dabei zu sehr mit mir selbst und dem pedalieren beschäftig (es ging ständig hoch und runter auf schlechter Dreck-Kies-Unterlage), so dass ich "vergass" bzw. den richtigen Moment verpasste, ein schönes Foto zu schiessen.

Ich interpretier dieses Schild am Eingang zum "Durchbruch" so: Die Wanderin kickt den Radfahrer vom Velo. Dieser wehrt sich in bester Karate-Manier :-) 
Donau beim Durchbruch der Schwäbischen Alb
Frühstück auf dem Camping am Riedsee: mangels Alternativen aus dem Automaten  
Doch der nächste Beck ist in Deutschland nie weit: ob's für den Dörflinger gerreicht hat?
Strecke: Donaueschingen - Tuttlingen - Sigmaringen - Riedlingen (120 km). Mittwoch, 25. September 2013








Dienstag, 24. September 2013

Von den drei Quellen

Am heutigen Dienstag, 24. September fühlte ich mich drei Monate zurück versetzt. Ich kam mir vor, wie auf meiner Alpentour im Juni. Im Schwarzwald kann es ziemlich steil werden. Auf dem Weg von Freiburg im Breisgau hinauf zur Donauquelle oberhalb Furtwangen stellte sich ein 600 Höhenmeter-Anstieg in den Weg mit zum Teil 12%-igen Rampen (vergleichbar mit dem Albulapass ab La Punt!). Donauquelle? Nein, die Donau heisst erst ab Donaueschingen "Donau" beim Zusammenfluss von Breg und Brigach. Dort beginnt auch die Kilometrierung, bzw. endet sie. Meiner Meinung nach dürfte sie gar nicht Donau heissen. Denn der namensgebende Donaubach entspringt beim Schloss in Donaueschingen, fliesst dann nach wenigen Dutzend Metern in die Brigach. (Das ist etwa wie, wenn der Däniker Dorfbach den Namen des Rheins bestimmt hätte :-)

Solche Gedankenspiele sind mir fern. Seit einiger Zeit gilt die Quelle der Breg als hydrologische Quelle der Donau. So ist es quasi meine Pflicht, bevor ich zur Kür antreten darf, die Quelle des längsten Flusses des Abendlandes zu besuchen. Diese liegt auf knapp 1100 Meter über Meer bei der Martinskapelle 6 Kilometer oberhalb Furtwangen und bloss 100m entfernt von der Wasserscheide zum Rhein/Nordsee. (Doch auch das mit der Wasserscheide ist so eine Sache, mehr dazu im Blog-Eintrag vom Folgetag.)

Theoretisch geht es von der Breg-Quelle nur noch runter bis an mein Ziel; also gut Schwung holen, Bremsen lösen, Griff in den Unterlenker und Rollen lassen bis Wien :-) Geht natürlich nicht bei einem Durchschnittsgefälle von ca. 0.1%. Das wären 1mm auf einen Meter! Vor allem dann nicht, wenn man in Donaueschingen die "Donauquelle" (die vom Bach) sucht, und nach einiger Irrfahrt feststellen muss, dass diese grad renoviert wird. (Natürlich die Anlage drum herum, nicht die Quelle selbst.) Nach weiterer Irrfahrt durch Feld- und Wiesen bin ich dann endlich am riesig grossen "Camping an Riedsee" angekommen. Die Dame von der Rezeption ist offenbar trotzdem nicht Vollzeit ausgelastet: "Aarau" - das kenn' aus Kreuzworträtsel!"

Das erste Flusskraftwerk der Breg, bzw. Donau

Die Breg-Quelle gilt hydrologisch als Quelle der Donau

Rechts der Bildmitte entspringt die Breg. Links die Martinskapelle, dazwischen ein Gasthof.

Zusammenfluss von Breg und Brigach nach Donaueschingen
Strecke: Freiburg i. Brsg. - Buchenbach - Hexenloch (!) - Furtwangen - Breg-Quelle - Donaueschingen, ca. 120 km (weiss nicht genau, mein GPS ist ausgestiegen), ca. 1400 Hm
Datum: Dienstag, 24. September 2013