Montag, 8. Juni 2015

Langer Tag gegen den Wind

Bericht vom Sonntag, 7. Juni 2015: Oleśnica - Lódz

Heute würde es einen langen Tag geben, dass war mir schon vor dem Start beim schicken Business-Hotel etwas ausserhalb von "Oelsch" klar, welches am Wochenende offenbar auch gerne für Hochzeiten gebucht wird. Gleich zwei Gesellschaften feierten den schönsten Tag ihrer liebsten lautstark. Die Nachtruhe war allerdings nicht betroffen. Dafür hatte ich beim Nachtessen einen satten Bass im Rücken und konnte die Raucher beim raus- und reingehen beobachten. 

Am einem Sonntag morgen ist auch in Polen nicht viel los auf den Strassen. Strassen, die sich im guten bis sehr guten Zustand zeigten. Klar, ein paar Holperer gab es schon, aber mehrheitlich sah der Asphalt ziemlich neu aus und war in Überbreite - sprich Randstreifen - verlegt worden. Auch das Wetter spielte mit, mind. was "von oben kam"; denn von schräg-vorne machte mir der Nordwind das Leben schwer. Da die Landschaft und der Streckenverlauf auch nichts besonderes war, war mir eben bereits vor dem Start klar, dass dies ein langer und eintöniger Tag werden würde auf den 170 Kilometern nach Lodz - der drittgrössten Stadt Polens.

Einem Hund in einem namenlosen Dorf war es offenbar auch langweilig und forderte mich zu einem kleinen Rennen heraus, welches er aber - zum Glück - verlor. Der Pfefferspray blieb in der Lenkertasche.

Brennende Autos dürfen hier nicht durch

Etwas Abwechslung bot dieser kleine Anstieg 

Separater Radweg :-)

Cyclists only!

Ritschka-Parade auf dem mit 4.9 km längsten Boulevard Europas

Piotrkowska-Boulevard

Auf dem erwähnten Boulevard hat hochgerechnet fast jeder 2. oder 3. Einwohner ein Schild 

Sonntag, 7. Juni 2015

Hitzeschlacht

Bericht vom Samstag, 6. Juni 2015

Der heutige Tag begann ganz freundlich. Wolkenloser Himmel, dazu noch nicht allzu warm. Die Strecke verlief idyllische einem kleinen Seitental entlang und über einen kleinen Pass, welcher auf eine Hochebene führte, die mich an die tschechisch-polnische Grenze führte. Verkehr und Strassen waren bislang kein Thema. Spätestens ab der Grossregion rund um Breslau wurde es immer unangenehmer. Die Qualität der Strassen in Polen ist grundsätzlich mit derjenigen in Tschechien vergleichbar, jedoch unberechenbarer: es kann sein, dass man bester Hauptstrasse fährt und unvermittelt ein Schild auftaucht, welches ein "Geholper" verspricht. Es geht auch ohne Schild. Mühsam sind auch die Flickwerke, die sich natürlich im rechten Drittel der Strasse befindet. Dort, wo man als Velofahrer fährt. Wenn nicht, wird auch mal gehupt. Passierte in Polen nun zum ersten Mal; vorher noch nie auf dieser Reise. Der verwendete Asphalt scheint ein weicher zu sein: es haben sich oft Spurrillen gebildet. Nebenstrassen können auch mal heftigst holpern. Es geht auch anders: eine richtungsgetrennte, zweispurige Hauptstrasse mit breitem Seitenstreifen - musste mich vergewissern, dass ich nicht auf der Autobahn gelandet bin ...

Heute wars auch in Polen heiss. Das Thermometer zeigte Werte jenseits der 30 Grad an. Dazu war keine Wolke am Himmel auszumachen. Viel trinken war also angesagt: total waren es rund 7 Liter, davon 4.5 Liter Wasser und der Rest leicht Gezuckertes. Die Hitze und die nervigen Strassen zerrten ein wenig an den Nerven. Da kann auch schon mal ein kleiner Verfahrer zum Mini-Drama werden. 




Kurz nach dem Start noch in Tschechien 

Könnte im Basler Jura sein, ist aber im poln. Riesengebirge


Zufallsschnappschuss

Freitag, 5. Juni 2015

Wieder unterwegs

Bericht vom 5. Juni 2015: Prag - Trutnov

Ach wie ist das schön, wieder eine Schaltung zu haben, die tadellos funktioniert. Der Mechaniker von Fine Bike hat ganze Arbeit geleistet. Arbeit, welche für einen Bewohner der Hochpreisinsel tief erscheint: 800 Kronen für nicht mal zwei Stunden Arbeit - macht umgerechnet 22 Franken pro Stunde. Dafür haben die beiden neuen Schalthebel mit 7500 Kronen zu Buche geschlagen. Diese würde man online bei Wiggle günstiger kriegen. Mir wars wert, so viel sogar dass ich noch grosszügig aufgerundet habe. Der Verkäufer war erst etwas verdutzt ob meiner Grosszügigkeit, nahm dann aber nach kurzem Zögern dankend an. Nicht selbstverständlich: der Retter von Schaffhausen wehrte sich vehement gegen eine höhere Zahlung und wollte nur Geld für das Material ...

Gebraucht hätte ich das "Grosse" heute nicht wirklich. Erst der Gegenwind in der Ebene nach Prag, danach das immer welliger werdende Gelände hinauf in Richtung Riesengebirge verhinderte einen effektiven Einsatz. Zudem fühlten sich die Beine merklich schwer an - nicht soooo schwer ... aber schwerer als man nach einem Ruhetag erwarten könnte. Wirklich ruhig war es nicht am Ruhetag in der Goldenem Stadt. Den Morgen habe ich noch mit ausschlafen, bloggen und käffele verbracht. Dann habe ich das Velo abgeholt und bin danach für 2 Stunden auf die Massagematte gelegen. Schliesslich folgte der "anstrengende" Teil: laut GPS-Tracker habe ich rund 8 km zu Fuss zurückgelegt - und das mit meinen Leichtgewichts-Barfuss-Schuhen, mit denen man jeden Kieselstein und jeden Pflasterstein einzeln spürt und keine Unterstützung fürs Fussgelenk bietet. 

Raststätte kurz ausserhalb Prags 

Detaillierter Verlauf der Hauptstrasse an jeder Kreuzung

Holzkirche

Unscharfes Spiegel-Selfie

Ebene östlich von Prag

Kirche von Trutnov