Mittwoch, 26. Juni 2013

Ziel erreicht: "it's a Nice"

http://www.velowaerts.ch/2013/06/logbuch-dienstag-25-juni-2013.html

Die Topographie wird flacher. Der Horizont ist bewaldet und grün, statt felsig-grau bzw. schneeweiss Man ist sich sicher, dahinter können sich keine Berge mehr verstecken. Ein tolles Gefühl, wenn man weiss, dass sich hinter den Hügelzügen das Mittelmeer befindet. Dort, wo sich die Alpen ins Meer absenken gewissermassen.

Dann ist es soweit: mit dem flachen Col de Castillon (706 m) ist das letzte Hindernis überwunden, den kurzen Scheiteltunnel durchqueren, gefolgt von einer Linkskurve und ein paar Metern den Berg hinab rollen - und dann überwältigt mich der Anblick des Meeres. Ich muss für einige Minuten inne halten. Freudentränen kullern über die Wangen. Ich schluchze. Kann es kaum fassen. Auch jetzt wo ich diese Zeilen schreibe einen Tag später immer noch nicht recht. 

Dann muss ich mich sammeln für die Abfahrt hinunter an die Küstenstadt Menton. Noch einmal vollste Konzentration ist gefragt. Der Verkehr nimmt langsam zu. Anstelle der Motorräder treten nun die lärmenden und stinkenden Vespas und Moto-Roller. Nachdem ich die Energiespeicher wieder aufgefüllt hatte (ein Pack Guestsli und eine Magnum-Glace), zog ich Schuhe und Velo-Shirt aus und hüpfte ins Meer. Herrlich! Dann noch ein paar (Selbstauslöser-)Fotos. Die Leute rundherum haben sich sicher gefragt, was denn das für komischer Vogel ist und sich mit dem Velo ablichtet. Die haben ja keine Ahnung, welche Mühen und Strapazen, aber auch schöne Erlebnisse dahinter stecken:

- 2192 Kilometer
- 42'750 Höhenmeter 
- 104 Stunden 
- 21 Etappen
- 58'000 kcal 
- 41 Pässe 

Was auf den ersten Blick wie eine Kür aussehen mag, entpuppte sich als Pflicht: von Menton mussten noch rund 30 Kilometer bis nach Nizza zurückgelegt werden. Dazwischen liegt das zugebaute, enge, von Tunnels durchlöcherte Monaco. Und es war gerade Rush Hour. Zudem geht es ständig auf und ab. Nicht dass das ein Problem gewesen wäre, aber ich habe mir dieses letzte Stück ein wenig einfacher vorgestellt. So wurde es mit knapp 7h "Sattelzeit" die längste Etappe. Nur die Startetappe war auch in diesem Rahmen.

Vor mir liegen nun zwei Tage entspannen an der Côte d'Azur ...

Letzte Übernachtung in den Bergen in Saint-Saveur in einem *-Hotel

So kann man "Legende" auch übersetzen :-)

Die letzte Haarnadelkurve (Col de Castillon)

Das letzte Passfoto

Schattenbild

Erster Blick aufs Mittelmeer

Die Kettenschmiere am linken Bein überstand das Bad im Meer

Monaco im Gegenlicht 

Bienvenue à Nice

Nizza und ich im Gegenlicht 

Die zurückgelegte Strecke - die Lücke ist der Albulapass, wo mein GPS-Gerät meinte, keine Aufzeichnungen machen zu müssen :-(

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