Samstag, 1. Juni 2013

Steigerungslauf

Das war ein heftiger Auftakt in mein Abenteuer: 150 Kilometer und fast 2300 Höhenmeter. Ich dachte schon, ich sei bereits auf der Königsetappe. Doch sieht Rudolf Gesers Standardwerk "Mit dem Rennrad durch die Alpen" sieht Etappen mit bis 3000 Metern in der Vertikalen vor. Schliesslich lautet dessen Untertitel "Über die höchsten Pässe von Wien nach Nizza" - nicht umsonst; denn die ersten Pässe waren noch keine 1000 Meter hoch. Dennoch forderten sie mich unaufhörlich. Kommt erschwerend hinzu, dass knapp 2.5 kg auf dem Rücken getragen werden müssen und nochmals soviel überall sonst am Rennrad verteilt sind.

In Wien erwartete mich freundliches Wetter, wie es eigentlich schon einen Monat früher hätte sein sollen. Heiter und ca. 12 Grad war es um 9 Uhr als ich am Wiener Westbahnhof die ersten Pedalumdrehungen vollbrachte. Dazu wehte ein kühler Wind, der mich auf dieser Etappe stets begleitete - meist naturlich von vorn :-( Die Etappe startete ich bei einem der zahlreichen Wiener Wahrzeichen: dem Stephansdom. Danach hiess es im Wirrwarr von Einbahnen und beginnenden und immer wieder endenden Radwegen die Ausfallstrasse Richtung Mödling zu finden. Vorbei an zahlreichen Werbetafeln in den Aussenbezirken fuhr es sich herrlich. Noch kein Bewusstsein der bevorstehenden Strapazen. Die ersten Erhebungen waren mit 3-4 Steigungsprozenenten und 100 Höhenmetern noch gnädig. Doch bereits beim ersten nennenswerten Pass - dem "Auf-dem-Hals" - zeigte sich, auf was ich mich da eingelassen hatte. Danach wurde es ein Steigerungslauf, unterbrochen durch herrlich langgezogene Abfahrten. Die Pässe wurden höher und steiler. Der Höhepunkt war der Gscheidpass mit knapp 1000 Metern und Steigungspitzen von gegen 15%. 

Alles in allem ein gelungener Auftakt von Wien nach Mariazell durch eine abgeschiedene, schöne Hügellandschaft, der Lust auf mehr macht und mir doch ordentlich Respekt einflösste. 








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